Titel: Ueber die Schweißbarkeit des galvanisirten oder verzinkten Eisens.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1848, Band 108/Miszelle 2 (S. 463)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj108/mi108mi06_2

Ueber die Schweißbarkeit des galvanisirten oder verzinkten Eisens.

Der Civilingenieur James Nasmyth berichtet im Mining Journal über Versuche, welche kürzlich auf Verlangen der großbritannischen Admiralität angestellt wurden, um zu ermitteln ob das sogenannte Galvanisiren d.h. Verzinken des Stabeisens das Umarbeiten der daraus bestehenden Artikel verhindert oder nicht.

Um darüber ins Reine zu kommen, wurde ein Stück eines Drahtseils aus galvanisirtem Eisen zu einer Stange geschweißt und dann den strengsten Proben unterzogen. Das Zink, womit der Eisendraht ursprünglich ganz überzogen war, wurde beim Schweißen zwar theilweise weggetrieben, aber weder das zurückgebliebene metallische Zink noch dessen Oxyd verhinderte das Schweißen des Eisens im geringsten; im Gegentheil ließ sich das Eisen ungemein leicht schweißen und lieferte eine Stange sehr dichten Eisens, welches sich beim Durchlöchern mittelst des Durchschnitts, beim Winden und Biegen so vortrefflich erwies, daß man annehmen muß die Qualität des Metalls sey wesentlich verbessert worden.

Durch dieses Resultat ermuthigt, nahm man eine noch strengere Probe vor: es wurde nämlich ein Quantum Schnitzel von verzinktem Eisenblech zusammengeschweißt; das Zink bildete beim Schweißen durchaus kein Hinderniß und das gewalzte Eisen zeigte sogar eine größere Stärke und Zähigkeit als die besten Stabeisenmuster.

Es ist hiernach wahrscheinlich, daß sich durch Zusatz von metallischem Zink in irgend einem Stadium der Eisenfabrication, z.B. im Puddelofen, eine wichtige Verbesserung des Eisens erzielen läßt. Worin die Wirkung des Zinks besteht, vermögen wir nicht zu sagen; jedenfalls verdient der Gegenstand aber von einem intelligenten Eisenfabrikanten untersucht zu werden.

Zu Gunsten unserer Vermuthung spricht auch die Thatsache, daß das stärkste Gußeisen, welches in Belgien erzeugt und zum Kanonenguß gewählt wird, aus einem Eisenerz gewonnen wird, welches einen beträchtlichen Antheil Zinkerz enthält. (Mechanics' Magazine, 1848, Nr. 1294.)

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