Titel: Boulard's mit Blei überzogenes Eisenblech.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1848, Band 108/Miszelle 3 (S. 463–464)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj108/mi108mi06_3
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Boulard's mit Blei überzogenes Eisenblech.

Boulard, Direktor des Eisenwerkes zu Audincourt in Belgien, welches Holzkohleneisen von besonders geschätzter Güte erzeugt, hat durch das Ueberziehen des Eisenblechs mit Blei82) einen neuen Industriezweig geschaffen, welcher wegen der nützlichen Verwendung, die das Product zu geben verspricht, um so mehr von großer Wichtigkeit werden kann, als diese Bleche in jeder beliebigen Größe bis zu drei Meter Länge geliefert werden können. Es werden diese Bleche für Klempnerarbeiten, für Dachdecker und für viele Arbeiten sich nützlich erweisen, die man deßhalb nicht von Weißblech ausführen konnte, weil die Dimensionen des letztern zu gering erscheinen. Das glänzende Weißblech wurde übrigens schon jetzt deßhalb, weil es leichter rostete, dem matten Weißblech für mancherlei Verwendungen nachgestellt; das letztere verdankt aber seine matte Oberfläche dem im Zinne vorhandenen Blei, weßhalb um so mehr das mit Blei überzogene Eisenblech nun anzuwenden seyn wird, da es vor dem matten Bleche noch den Vorzug der größeren Dimensionen hat. Das Blech ist sehr gut durch den Hammer bearbeitbar und scheint für viele Anwendungen das Zinkblech verdrängen zu können.

In der Schweiz und mehreren südlichen Gegenden benutzt man mattes, bleihaltiges Weißblech schon seit langer Zeit zum Dachdecken, und man trifft daselbst Blechdächer an, die bereits 60, ja 80 Jahre alt sind, ohne daß eine Zerstörung derselben durch Oxydation eintrat. Was diesem Bleche seine große Dauerhaftigkeit ertheilt, ist jedenfalls das der Verzinnung beigemengte Blei, und man darf daher von dem mit bloßem Blei überzogenen weit billigeren Eisenbleche mindestens dieselbe Haltbarkeit und Dauer erwarten. Gewiß verdient dieses Fabricat auch für Deutschland eine größere Aufmerksamkeit, als man demselben bis jetzt geschenkt hat. (Mittheilungen für den Gewerbverein des Herzogthums Nassau. 1848. S. 4 und 8.)

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Das Verbleien des Eisens bewerkstelligt man bekanntlich sehr leicht unter Vermittelung von Chlorzinkammonium oder von Chlorzink.

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