Titel: Mittel um die Garten- und Ackerschnecken zu vertilgen; von Braconnot.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1848, Band 109/Miszelle 6 (S. 79–80)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj109/mi109mi01_6

Mittel um die Garten- und Ackerschnecken zu vertilgen; von Braconnot.

Ich habe eine chemische Analyse der kleinen grauen Erdschnecke (limax agrestis) angestellt, welche man so häufig in den Gärten und auf den Feldern antrifft und die nicht selten große Verwüstungen bei allen Culturen anstellt. Um ein Mittel aufzufinden, durch welches sich die zu große Vermehrung dieser Thiere verhindern läßt, richtete ich meine Aufmerksamkeit vor allem auf die klebrige Substanz, welche sie beständig absondern und vermittelst deren sie sich an den Körpern anhalten auf denen sie sich fortbewegen.

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Der Kalk wurde längst von den Landwirthen als ein Mittel zum Zerstören der Schnecken empfohlen; ich überzeugte mich auch, daß klares Kalkwasser, mit seinem dreifachen Volum Wasser verdünnt, hinreicht um sie zu tödten. Taucht man diese Thiere aber in Wasser, welches mit einer höchst unbedeutenden Menge Aetzkali versetzt wurde, so gehen sie noch viel schneller zu Grunde; das Aetzkali verursacht überdieß das Austreten einer großen Menge Schleim. Die Metallsalze erzeugen in dieser dicken und klebrigen Auflösung reichliche geronnene Klumpen; der Niederschlag welchen salpetersaures Silber darin hervorbringt, löst sich in einem Ueberschuß von Aetzkali auf und liefert eine violette Flüssigkeit.

Unter allen Mitteln welche ich gegen die Schnecken versuchte, wirkt keines so zerstörend auf diese Thiere, wie die äzenden Alkalien: wenn man 2 Pfund Regenwasser nur mit einem Tropfen Salmiakspiritus oder concentrirter Aetzkalilösung versetzt, wo dann die Flüssigkeit auf das geröthete Lackmuspapier kaum alkalisch reagirt, so ist sie für diese Thiere schon ein starkes Gift; die Schnecken, welche man hineinbringt, kommen darin um.

Das wirksamste Mittel zum Vertilgen der Schnecken ist daher eine schwache Auflösung von Aetzkali; statt derselben kann man alte Lauge vom Reinigen der Wäsche, hinreichend mit Wasser verdünnt und mit etwas gelöschtem Kalk vermischt, anwenden; dadurch wird der Zweck ohne Zweifel sicherer erreicht als mit gepulvertem Kalk allein, denn letzterer verwandelt sich bald in kohlensauren Kalk und verliert dadurch seine Wirkung auf die Schnecken. Auch hat mir ein geschickter Ackersmann mitgetheilt, daß Schnecken, die er mit Kalkpulver schwach bestreut hatte, sich auf seinen Feldern des Kalks durch Absonderung ihres Schleims entledigten, indem sie sich auf dem Boden wälzten, wodurch er sich veranlaßt sah denselben mit der Walze zu übergehen. (Agriculteur-praticien, Juni 1848, S. 280.)

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