Titel: Neues Verfahren die Weinstöcke anzupfählen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1848, Band 109/Miszelle 7 (S. 80)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj109/mi109mi01_7

Neues Verfahren die Weinstöcke anzupfählen.

Wenn man bedenkt, wie groß der Bedarf an Weinpfählen in Gegenden ist, wo der Weinbau stark betrieben wird, daß z. B. in dem franz. Departement Seine-Oise über 280 Millionen, in dem der Marne 430, und dem der Yonne über 600 Millionen Stücke erforderlich sind, und daß die neue Bepfählung einer Hektare Weinlandes je nach der Gegend auf 1000 bis 3000 Fr. zu stehen kömmt, daß ferner solche Pfähle von hartem Holze nur 3 Jahre, die von weichem, wie z. B. Weidenholz, gar nur 1½ Jahre lang dauern, so dürfte ein von Hrn. André Michaux angegebenes Verfahren die Weinpfähle zu ersetzen, wegen seiner Einfachheit und Dauerhaftigkeit Beachtung verdienen. Dasselbe besteht im Ziehen von Eisendrähten von Nr. 10, die in gewissen Abständen von leichten Stützen getragen werden. Die Drähte werden mittelst Haspel im Frühling gezogen und im Herbst wieder abgenommen. Da sie sieben Monate vor der Witterung geschützt bleiben, so dauern sie 35–40 Jahre. Nach dem ersten oder zweiten Jahr seiner Anwendung ist der Eisendraht dem Rost nicht mehr unterworfen. Die Trauben werden, auf diese Weise über den Draht hängend, viel mehr der Sonne ausgesetzt und reifen besser als an Pfählen. Nach Hrn. Andouin ist die Vermehrung der Weinstockraupe (Blattwickler) wenigstens zur Hälfte den Pfählen zuzuschreiben, und fiele bei den Drähten weg. Auch das Ziehen und Abnehmen der Drähte kömmt wenigstens um die Hälfte wohlfeiler zu stehen als das Stecken der Pfähle. Allerdings wurde das Ziehen der Drähte schon früher vorgeschlagen und wird vielleicht noch hie und da angewandt; allein man läßt dann die Drähte Jahr aus Jahr ein im Freien, wobei sie sich aber nicht gut erhalten und man in der Bestellung des Landes sehr behindert ist. (Recueil industriel, Decbr. 1847.)

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