Titel: Artesische Brunnen zu Venedig.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1848, Band 109/Miszelle 1 (S. 232)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj109/mi109mi03_1

Artesische Brunnen zu Venedig.

Seither bezog Venedig seinen Wasserbedarf theils aus 144 öffentlichen und 1990 Privatcisternen, in welchen Regenwasser gesammelt wurde, theils aus der Seriole, einem Abzugscanal der Brenta, womit täglich viele Barken beschäftigt waren. Vom Jahr 1825–1830 ließ die österreichische Regierung mehrere, aber wegen des Flugsandes, den man in der Tiefe antraf, immer vergebliche Versuche zum Erbohren artesischer Brunnen anstellen. Alle Hoffnung auf einen glücklichen Erfolg schien verschwunden, bis Hr. Degousée aus Paris im August 1846 auf dem Platze Santa-Maria-Formosa einen neuen Versuch unternahm. Nach sechsmonatlicher Arbeit erbohrte man in 61 Meter Tiefe ein hervorsprudelndes Wasser. Im April 1847 gelang der zweite Versuch auf dem Platze S. Paolo; die in 60 Meter Tiefe angetroffene Quelle liefert 250 Liter Wasser bis zu einer Höhe von 4 Meter über dem Boden. Gegenwärtig sind sechs artesische Brunnen vollendet und noch drei in Arbeit. Das Wasser enthält Kohlenwasserstoffgas und Kohlensäure; nachdem es aber diese Gase durch einiges Stehen an der Luft verloren hat, ist es vollkommen trinkbar und zu jedem häuslichen Bedarf tauglich, (Comptes rend., Bd. XXVI S. 50.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: