Titel: Das Zinkweiß als Surrogat des Bleiweiß für Malerfarben
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1848, Band 109/Miszelle 5 (S. 234–235)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj109/mi109mi03_5

Das Zinkweiß als Surrogat des Bleiweiß für Malerfarben

Hr. Leclaire, ein Zimmermaler in Paris, welcher meistens zwei hundert Gehülfen beschäftigt, benutzt das Zinkweiß anstatt Bleiweiß und Farben mit Zink als Basis anstatt solcher mit Kupfer und Blei als Basis. Nach seinen Erfahrungen leistet das Zinkweiß dieselben Dienste wie das Bleiweiß, ohne dessen Fehler zu besitzen; es ist viel weißer als Bleiweiß; mit Oel angerieben und aufgetragen, reflectirt es das Licht, statt es zu absorbiren, es liefert feinere und durchsichtigere Töne, deckt besser und bei gleichem Gewicht eine größere Fläche; Schwefeldämpfe schwärzen es nicht wie die Bleifarben und bekanntlich ist seine Bereitung mit keiner Gefahr für die Arbeiter verbunden. Das Oel für die Zinkfarbe darf aber nicht mit Bleiglätte trocknend gemacht werden, weil sonst die Farbe durch Schwefelwasserstoff geschwärzt würde wie Bleiweiß. (l'Institut, 1848 Nr. 734)

Die Anwendbarkeit des Zinkoxyds statt Bleiweiß in der Oelmalerei, welche in der letzten Zeit von Leclaire (im J. 1821 von Lassaigne) als etwas Neues vorgebracht wurde, ist schon seit dem Jahr 1782 bekannt, wo Guyton de Morveau die Vorzüge des Zinkoxyds vor dem Bleiweiß für Oelfarben in sanitätspolizeilicher, artistischer und ökonomischer Hinsicht auseinandersetzte. In Folge seiner Versuche kam es auch vielfach, namentlich in Dijon, für die Zimmermalerei in Gebrauch; wahrscheinlich |235| war der damalige hohe Preis des Zinks die alleinige Ursache, daß seine Anwendung zu diesem Zweck nicht fortgesetzt wurde und sich nicht weiter verbreitete. (Comptes rendus, März 1848 Nr. 12 )

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: