Titel: Ueber eine sehr große gußeiserne Platte zum Strecken des Glases; von Jobard in Brüssel.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1848, Band 109/Miszelle 3 (S. 312–313)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj109/mi109mi04_3
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Ueber eine sehr große gußeiserne Platte zum Strecken des Glases; von Jobard in Brüssel.

In der Eisengießerei zu Couillet in Belgien wurde unlängst eine Platte zum Glasstrecken gegossen, welche man als ein Meisterstück betrachtet; sie ist 3,1 Meter breit und 5,3 Meter lang, ohne die geringsten Vertiefungen und so zu sagen ohne Poren.

Dieß ist eine Hauptbedingung für die Streckplatten; denn wenn die geringste Luftmenge unter der darüber gelegten Glastafel eingeschlossen bleibt, so dehnt sich diese Luft bei der großen Hitze so aus, daß das Glas höckerig werden muß.

Ehe der gewünschte Erfolg erzielt wurde, mußten die Ingenieure in Couillet viele Versuche anstellen, um dasjenige Gemenge von mit Kohks und mit Holz erblasenem Roheisen zu ermitteln, welches das gleichartigste Gußeisen vom feinsten und dichtesten Korn liefert.

Dieß war aber noch nicht Alles: man mußte sich über die beste Anordnung der Form beim Kastenguß entscheiden; nun bilden sich aber beim horizontalen Guß Blasen, sowohl gegen oben als gegen unten; erstere können durch die angebrachten Windpfeifen entweichen, letztere aber müssen sich in die Sohle oder in den Guß begeben, welchen sie dann blasig machen. Der Gießer in Couillet wählte als untere Schicht seiner Form ein Kohksbett von einem Fuß Dicke, indem er sehr richtig voraussetzte, daß die dazwischen befindlichen Gase leichter in die Zwischenräume der Kohksmasse als in die Metallschicht eindringen können.

Dieß hat sich auch vollkommen bestätigt; es wurde eine ganz fehlerfreie Streckplatte erzielt. (Moniteur industriel, 1848 Nr. 1261.)

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