Titel: Die Uhrenfabrication in Genf.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1848, Band 109/Miszelle 3 (S. 396)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj109/mi109mi05_3

Die Uhrenfabrication in Genf.

Im Durchschnitt kann angenommen werden, daß Genf jährlich 100,000 Taschenuhren verfertigt und absetzt, namentlich nach Amerika, Ostindien und China, England und Deutschland. Die Zahl der mit dieser Fabrication beschäftigten Arbeiter beläuft sich auf etwa 7000. Von diesen ist die Mehrzahl nur mit der monotonen Verfertigung einzelner Theile beschäftigt, welche dann von den sehr gut bezahlten „Compositeurs“ zu einem Ganzen vereinigt werden. Eine Cylinderuhr läuft, bis sie fertig ist, durch 144 doppelte Hände. Ein Viertel aller versandten Uhren wird geschmuggelt, so daß der Preis derselben sich gar nicht so hoch stellt. Merkwürdig ist in dieser Hinsicht der Erfindungsgeist in Verbergung der Uhren. So verfertigen gewisse Schneider Gilets montre (Uhrwesten), in welchen 50 Cylinderuhren verborgen werden können, ohne daß man sie durch Auge oder Befühlen im Mindesten wahrnehmen könnte. Bekannt ist, wie Hr. v. St. Cricq, der Director der Zölle in Paris, in Folge einer Wette eigens nach Genf reiste, da eine Anzahl Uhren einkaufte und sie nach Paris zu schmuggeln befahl. Trotz der geschärften Wachsamkeit der Douaniers präsentirte man ihm den Tag nach seiner Wiederankunft das Paket, das er mit seinem eigenen, zollfreien Gepäck mit eingebracht hatte. (Deutsche Gewerbzeitung, 1848 Nr. 32.)

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