Titel: Ueber Verzinkung des Eisens. Von Dr. Elsner.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1848, Band 109/Miszelle 4 (S. 479–480)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj109/mi109mi06_4
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Ueber Verzinkung des Eisens. Von Dr. Elsner.

Das Ueberziehen eiserner Gegenstände kann bekanntlich auf zweierlei Weise geschehen; einmal durch Eintauchen der Gegenstände in schmelzendes Zink (fälfchlich sogenanntes galvanisirtes Eisen), und dann bei Anwendung flüssiger Auflösungen von Zinkverbindungen mit Beihülfe galvanischer Einwirkung, welches eigentlich als galvanisirtes bezeichnet werden könnte. Zur Ueberziehung des Eisens auf nassem Wege hat man vorzugsweise eine verdünnte Auflösung von Zinkoxyd in Kalilauge in Vorschlag gebracht und auch angewendet. In dem Laboratorium des Gewerbe-Instituts in Berlin sind hierüber von Riepe vielfache Versuche angestellt worden. Derselbe prüfte folgende Zinkverbindungen: schwesligsaure Zinklösung, eine Auflösung von Cyanzink in Cyankalium, eine Auflösung des Doppelsalzes von Chlorzink mit Salmiak (Löthsalz), und eine Lösung von unterschwefligsaurem Zinkoxyd. Die Operation gelang besonders gut mit der schwefligsauren Zinklösung und mit dem zuletzt erwähnten Löthsalze. Dabei muß die Lösung verdünnt und ein schwacher galvanischer Strom angewendet werden, sonst löst sich das niedergeschlagene Zink in dünnen Blättchen von der Oberfläche des Eisens wieder ab. Wird jedoch die angegebene Vorsicht genau beachtet, so gelingt die Operation ganz gut und es läßt sich das Zink iu der Stärke von Schreibpapier auf das Eisen niederschlagen. Daß die eisernen Gegenstände vor ihrer Anwendung völlig vom Oxyd gereinigt seyn müssen, wenn das Resultat ein günstiges seyn soll, bedarf wohl kaum der Erwähnung.

Ueber die Darstellung der anzuwendenden Präparate ist folgendes zu bemerken. Das schwefligsaure Zinkoxyd wird auf die Weise angefertigt, daß man in mit schwefligsaurem Gase gesättigtem Wasser frisch gefälltes kohlensaures Zinkoxydhydrat auflöst, so lange als dasselbe noch aufgelöst wird. Das salzsaure Zinkoxyd-Ammoniak wird auf nachstehende einfache Weise dargestellt: ein Theil Zink wird in Salzsaure aufgelöst und zu dieser Lösung ein Theil Salmiak hinzugesetzt, die Flüssigkeit eingedampft und zum Krystallisiren hingestellt. Die Krystalle sind farblos, wasserhell, rechtwinkelige Säulen, sehr leicht löslich in Wasser und zerfließlich.

Das Cyanzinkkalium ist verhältnißmäßig zu theuer; das unterschwefligsaure Zinkoxyd liefert weniger günstige Resultate. (Berliner Gewerbe-, Industrie- und Handelsblatt, Bd. XXVIII, Nr. 3.)

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