Titel: Verfahren den Demant auf nassem Wege schnell in Kohlensäure zu verwandeln; von den Professoren R. E. und W. B. Rogers.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1848, Band 109/Miszelle 6 (S. 480–481)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj109/mi109mi06_6

Verfahren den Demant auf nassem Wege schnell in Kohlensäure zu verwandeln; von den Professoren R. E. und W. B. Rogers.

Die bisherigen Methoden den Demant zu oxydiren bestanden darin, daß man diesen Edelstein wirklich verbrannte, nämlich in atmosphärischer Luft oder Sauerstoffgas, oder überhaupt in einer sauerstoffreichen Substanz, z B. salpetersaurem Kali. Bei allen diesen Versuchen muß aber eine sehr hohe Temperatur angewandt werden. Wir haben nun gefunden, daß sich der Demant auf nassem Wege bei mäßiger Wärme in Kohlensäure verwandeln läßt, indem man ihn mittelst eines Gemenges von doppelt-chromsaurem Kali und Schwefelsäure — also durch Chromsäure — |481| oxydirt. Damit dieser Versuch gelingt, muß der Demant so fein als möglich zertheilt werden. Ein einziges Korn des Edelsteins ist für viele Versuche ausreichend. Wir haben bei wiederholten Proben nie über einen halben Gran angewandt und uns durch die Entbindung von Kohlensäure vollkommen überzeugt, daß der Demant oxydirt wurde. Das doppelt-chromsaure Kali liefert beim Erhitzen immer etwas Kohlensäure; man vermeidet aber einen Irrthum, indem man zuerst die Saure allein in der Retorte auf beiläufig 350° F. (141° R.) erhitzt, dann das Kalisalz allmählich zusetzt und die Mischung umrührt, so daß die Chromsäure vollständig abgeschieden wird. Es erfolgt eine sehr lebhafte Einwirkung, viel Sauerstoff wird entwickelt und mit ihm die Kohlensäure, welche die Materialien an und für sich zu erzeugen vermögen. Wenn die Mischung kein kohlensaures Gas mehr entbindet (das entbundene Gas Kalkwasser nicht mehr trübt), setzt man den gepulverten Demant sorgfältig zu. Es entbindet sich dann bald Kohlensäure, welche das Kalkwasser milchig macht, und dasselbe trübt sich immer mehr, so lange noch freie Chromsäure in der Retorte ist.

Dieses Verfahren eignet sich freilich nicht zur Analyse des Demants; aber von wissenschaftlichem Interesse ist die Thatsache, daß der Demant auf nassem Wege und bei mäßiger Temperatur (350 bis 450° F.) oxydirt werden kann. (Chemical Gazette, 1848, Nr. 141.)

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