Titel: Ueber die Abnutzung der gußeisernen Bahnschienen; von Thompson.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1848, Band 110/Miszelle 3 (S. 231)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj110/mi110mi03_3

Ueber die Abnutzung der gußeisernen Bahnschienen; von Thompson.

Ich hatte Gelegenheit bei der Eisenbahn in einem Steinkohlenbergwerk, deren Schienen aus Gußeisen bestehen, die Abnutzung zu bestimmen; auf dieser Bahn wurden während achtzehn Jahren alljährlich 200,000 Tonnen transportirt, nämlich in einer Richtung die Wagen und ihre Kohlenladung, zusammen im Betrag von 150,000 Tonnen, und in der anderen Richtung die leeren Wagen im Betrag von 50,000 Tonnen; die Abnutzung in Folge der Reibung betrug 1 (engl.) Pfund per laufenden Fuß der Schienen oder 2 Pfd. per laufenden Fuß des Weges (2,975 Kil. per laufenden Meter des Weges), und folglich während der angegebenen Zeit 587 Pfund jährlich per englische Meile (2,975 Kil. per Kilometer jährlich); die Schienen warm aus Roheisen gegossen, welches mit kaltem Winde erblasen war.

Es ist nicht allgemein bekannt, aber eine genaue Thatsache, daß ein regelmäßiges Befahren keine Abnutzung der Schienen bewirkt, weil eine gewisse Temperatur-Erhöhung, welche durch die Reibung der darüber fahrenden Massen verursacht wird, ihre Oxydation verhindert.

Schienen aus Gußeisen, welches mit heißem Winde erblasen ist, würden sich ohne Zweifel viel mehr abnutzen und auch häufiger brechen.

Der Gewichtsverlust oder die Abnutzung der Schienen aus hämmerbarem Eisen wurde meines Wissens noch nicht genau bestimmt, muß aber viel geringer als bei gußeisernen Schienen seyn, weil das faserige Stabeisen der Reibung, der Hitze etc. bei weitem besser widersteht als das krystallinische Gußeisen. (Moniteur industriel, 1848 Nr. 1288.)

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