Titel: Ueber die Kohlensäure als Auflösungsmittel beim Vegetationsproceß.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1848, Band 110/Miszelle 9 (S. 235)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj110/mi110mi03_9

Ueber die Kohlensäure als Auflösungsmittel beim Vegetationsproceß.

Bekanntlich kommen mehrere in Wasser nur wenig oder gar nicht auflösliche Körper in den Pflanzen vor, wie kohlensaurer Kalk, phosphorsaurer Kalk und Kieselerde, letztere zwei in auffallender Menge in vielen Grasarten, namentlich tropischen. Daß diese Körper aus dem Boden stammen unterliegt wohl keinem Zweifel, aber auf welche Weise sie von den Pflanzen aufgenommen werden, ist noch darzuthun. Zu diesem Behufe stellte Hr. John Davy Versuche über die Auflöslichkeit der genannten Salze in einem mit Kohlensäure imprägnirten Wasser an, welches er 11–19 Tage darauf einwirken ließ. Von noch feuchtem Phosphorsauren Kalk löste sich 1 Gr. in 20,000 Gr. und zwar in kurzer Zeit auf. Von gallertartiger Kieselerde wurde 0,01 Gr., von Kieselerde-Pulver aus Mineralwasser 0,06 Gr., in 6 Kubikzoll Luftwasser aufgelöst. Auf Gyps hatte das Wasser keinen Einfluß; auch auf Thonerde nicht. Auf erstern waren auch Schwefelsäure, Salzsäure und Essigsäure ohne Wirkung. Aus mehreren mineralischen oder doch anorganischen Substanzen löste solches kohlengesäuertes Wasser, außer den in bloßem Wasser auflöslichen Bestandtheilen, zugleich kohlensauren Kalk und Talkerde, phosphorsauren Kalk und Kieselerde auf, wie aus Kalkmergel, Zuckerrohrasche und mehreren Erdgemischen. Diesen Versuchen zufolge scheint die Auflöslichkeit. Schwer- oder Unauflöslichkeit dieser Körper im kohlengesäuerten Wasser von großem Einfluß auf den Gehalt der Pflanzen an ihnen zu seyn. Ebenso erklären sie zum Theil die Wirkung der Mineralwässer und des kohlensäurehaltigen Regenwassers auf die Pflanzen. Uebrigens wurde die auflösende Kraft des kohlensäurehaltigen Wassers auf phosphorsauren Kalk schon von Johnston beobachtet. (Edinb. new philos. Journal, April — Juli 1848.)

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