Titel: Hanf, ein anästhetisches Mittel.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1849, Band 112/Miszelle 10 (S. 78–79)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj112/mi112mi01_11
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Hanf, ein anästhetisches Mittel.

Um einen anästhetischen (empfindungslosen) Zustand oder eine Narkose hervorzubringen, damit man eine chirurgische Operation, ohne daß sie empfunden werde, vornehmen kann, dürften wohl keine bessern Mittel zu finden seyn, als die Behandlung mit Aether oder Chloroform; dennoch ist es von Interesse, zu wissen, was die chinesische medicinische Litteratur darüber darbietet. Stanisl. Julien fand darüber folgendes: Hoa-tho, ein Arzt, 220–230 unserer Zeitrechnung, gab dem Kranken, wenn er bedeutende Operationen an ihm vorzunehmen hatte, ein (wahrscheinlich durch Destillation bereitetes) Hanfpräparat (Ma-yo) in Wein, durch welches derselbe in wenigen Augenblicken so fühllos wurde, als wäre er betrunken oder todt. Nach einer Anzahl Tagen (einem Monat, sagen Hoa-tho's Biographen) war der Kranke geheilt, ohne die mindesten Schmerzen empfunden zu haben. – Bekanntlich wird im Orient aus dem indischen Hanf ein, arabisch Hachich genanntes, Getränk bereitet, dessen sich Wollüstlinge bedienen, um sich in einen angenehmen Rausch zu versetzen, dessen fortgesetzter Gebrauch aber von ebenso schrecklichen Folgen seyn soll. (Comptes rendus, Februar 1849, Nr. 7.)

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