Titel: Düngerbehandlung. Rübenbau.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1849, Band 112/Miszelle 11 (S. 79)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj112/mi112mi01_12

Düngerbehandlung. Rübenbau.

Der rühmlich bekannte englische Landwirth Mechi behandelt auf folgende Weise einen Theil seines Düngers. Zweimal wöchentlich wird der Dünger in eine mit wasserdichtem Cement ausgekleidete Grube gebracht, deren Grund tiefer liegt als das Niveau des sie umgebenden Bodens. Der Harn des frischen Düngers bildet in Verbindung mit dem Regenwasser (der Haufe ist nämlich nicht bedeckt) eine Art Bad, in welchem der untere Theil des Haufens sich befindet; von Zeit zu Zeit wird die Flüssigkeit oben wieder aufgeschüttet und der Haufen mit den Füßen recht stark eingetreten. Nach einigen Monaten bildet er eine compacte, feste Masse, welche in Stücke geschnitten werden kann; in diesem Zustand verliert er sehr wenig durch Verdampfung und Verflüchtigung von Gasen. Er gährt beinahe gar nicht mehr und hat seine besondere Bestimmung. Sobald nämlich auf den Getreidefeldern die Ernte vorüber ist, ackert er sie um und säet Rüben als Zwischenanbau. Wenn diese, ohne Düngung gebauten, Rüben stark genug sind, um sie einzeln zu verpflanzeln, so werden sie in Entfernungen von beiläufig 1 Fuß in jeder Richtung verpflanzt, und nun erst düngt Hr. Mechi. Der feste Massen bildende Dünger wird in flache Stücke geschnitten und mit so viel Wasser angerührt, daß man einen flüssigen Brei erhält. Diesen bringt man in große Fässer, welche auf 4 Rädern auf die Rübenfelder geführt werden. Zwei oder mehr Arbeiter öffnen einen großen Spund an der untern Seite und füllen mit der Masse Eimer, die sie mit einer Hand tragen, während sie mit der andern mittelst eines großen eisernen Löffels jeder Rübe ihre Portion von diesem halbflüssigen Dünger geben. Die Rüben wachsen dann so kräftig, daß sie ungemein groß werden und beinahe an einander stoßen. Sie erhalten durchaus nicht übertrieben viel Dünger, doch scheint er in dieser Form der Rübe (Turneps) vorzüglich zuzusagen. Nachdem die Rüben herausgenommen sind, findet man den umgeackerten und geeggten Boden sehr gleichförmig gedüngt und zum Anbau einer Frühernte sehr geeignet. (Moniteur industriel, 1848, Nro. 1295.)

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