Titel: Ueber den Einfluß der Feuchtigkeit des Windes auf den Gang der Hohöfen; von Richard.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1849, Band 112/Miszelle 4 (S. 156–157)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj112/mi112mi02_4

Ueber den Einfluß der Feuchtigkeit des Windes auf den Gang der Hohöfen; von Richard.

Man beobachtet sehr oft, daß der Gang der Oefen, worin eine sehr hohe Temperatur herrschen muß, durch ein sehr heißes Wetter gestört wird, besonders wenn die schwüle Luft ein bevorstehendes Gewitter anzeigt.

Dieser Einfluß ist für die Hohöfen sehr nachtheilig; man muß dann mehr Brennmaterial aufwenden, um dieselbe Qualität und Quantität von Roheisen zu erzeugen wie bei gewöhnlicher Witterung. Man schreibt jetzt allgemein diese Wirkung dem größern Wassergehalt der atmosphärischen Luft zu.

In den Gebäuden, worin sich die durch eine Dampfmaschine getriebenen Gebläse der Hohöfen befinden, ist die Luft ungemein schwül; man gestattet der äußeren Luft nur einen beschränkten Zutritt, ohne Zweifel um die Dampfcylinder nicht zu sehr abzukühlen. Es wäre sehr interessant, hygrometrische Versuche in dieser Hinsicht anzustellen, jedenfalls muß diese Luft einen bedeutenden Wassergehalt haben.

Es könnte daher in Bezug auf den Gang der Hohöfen und den Brennmaterial-Verbrauch sowohl für den Hohofen als die Dampfmaschine, nur vortheilhaft seyn, solche Hohöfen mit Luft zu speisen, welche außerhalb des Gebäudes der Dampfmaschine geschöpft wird.

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Diese Abänderung des jetzigen Verfahrens wäre nicht kostspielig; für die stärksten Gebläsemaschinen des Continents würde es genügen, die äußere Luft den Saugventilen durch ein Rohr aus Eisenblech von 1 bis 2 Millimeter Dicke und 40 Centimeter Durchmesser zuzuführen. Dieses Rohr müßte vorzugsweise auf der nördlichen Seite des Gebäudes ausmünden, weil dort der Einfluß der Sonne auf die Temperatur-Erhöhung am wenigsten merklich ist. (Moniteur industriel, 1848, Nr. 1304.)

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