Titel: Ueber die Bildungsweise der natürlichen Boraxsäure.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1849, Band 112/Miszelle 5 (S. 316–317)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj112/mi112mi04_5
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Ueber die Bildungsweise der natürlichen Boraxsäure.

Bolley fand (Annalen der Chemie und Pharmacie, Bd. LXVIII S. 122), daß beim Zusammenbringen von Boraxlösung mit gelöstem Salmiak sich Ammoniakgas entwickelt; er erklärt aus dem Verhalten des Borax zu Salmiak die Bildung der natürlichen Boraxsäure und tritt der Ansicht von Payen entgegen, welcher bekanntlich eine Zersetzung des Schwefelbors durch Meerwasser annimmt. Bolley fand, daß eben so, wie der Borax zum Salmiak, sich auch der Boracit und Datolith verhalte; außer diesen Mineralien gibt es aber noch viele boraxsäurehaltige, wie der Turmalin, Axinit etc. Da nun aber in vulkanischen Gegenden das Vorkommen von natürlichem Salmiak etwas sehr Gewöhnliches ist, so bedarf es zur Boraxsäurebildung nur des gleichzeitigen Vorkommens eines solchen Minerals. Bei überschüssigem Salmiak wird der Borax vollständig in Chlornatrium und Boraxsäure zerlegt, wahrscheinlich auch die andern Boraxsäure-Verbindungen. Das Aufsteigen der Boraxsäure mit den Wasserdämpfen findet in der bekannten Eigenschaft dieser Säure, sich mit Wasser- und Alkoholdämpfen verflüchtigen zu können, seine Erklärung. Als Schlußstein zu der Hypothese erwähnt Bolley das von Payen wahrgenommene Vorkommen von Ammoniak in den von ihm aufgefangenen Dämpfen am Monte rotondo in Toscana, dem Fundorte der natürlichen Boraxsäure.

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