Titel: Künstlicher Gyps.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1849, Band 112/Miszelle 7 (S. 399–400)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj112/mi112mi05_7

Künstlicher Gyps.

In einer der letzten Sitzungen des landwirthschaftlichen Centralvereins zu Paris bemerkte Hr. Mohl, daß an vielen Orten der Gyps zu theuer ist, als daß er als Dünger angewandt werden könnte, und theilte ein von Lebrun angegebenes Verfahren mit, um künstlichen Gyps zu fabriciren, indem man Schwefel bei gewöhnlicher Temperatur direct mit Kalkhydrat verbindet; es ist folgendes:

10 Pfd. Schwefelblumen oder fein gepulverter Schwefel werden mit 100 Pfd. Kalk, welcher zu einem feinen und leichten Pulver gelöscht ist (wie man ihn erhält, wenn man gebrannten Kalk mit wenig Wasser begießt und an der Luft zerfallen |400| läßt), innig vermengt. Nach einigen Tagen geht die blaßgelbe Farbe des Gemenges merklich in Weiß über und es bildet sich auf Kosten des Sauerstoffs der Luft schwefelsaurer Kalk.

Allerdings enthält dieser künstliche Gyps noch kohlensauren Kalk; derselbe ist aber nothwendig, um den durch den Schwefel gebildeten schwefelsauren Kalk in pulverförmigem Zustande zu erhalten. Mit 10 Pfd. Schwefel erhält man über 133 Pfd. reinen Gyps in einem Gemenge von 180 Pfd. Gesammtgewicht.

Während der Vereinigung des Schwefels mit dem Kalt ist die Feuchtigkeit des Gemenges eine unerläßliche Bedingung; man muß sich aber hüten zu viel Wasser anzuwenden, um nicht das Ganze in Teig zu verwandeln, weil sonst die Masse wie natürlicher Gyps erhärten würde und erst wieder mit Unkosten pulverisirt werden müßte. (Moniteur industriel, 1849 Nr. 1335.)

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