Titel: Ueber das von Thomas und Delisse mitgetheilte Verfahren zum Abbeizen eiserner etc. Gegenstände.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1849, Band 112/Miszelle 4 (S. 460–461)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj112/mi112mi06_4

Ueber das von Thomas und Delisse mitgetheilte Verfahren zum Abbeizen eiserner etc. Gegenstände.

Dieses Verfahren, worüber im polytechn. Journal Bd. CVII S. 446 und Bd. CXI S. 271 berichtet wurde, besteht im Wesentlichen darin, dem sauren Wasser (verdünnter Schwefelsäure oder Salzsäure), in das man die Metalle (Schwarzblech, Messing etc. taucht), um sie von der auf ihrer Oberfläche befindlichen Oxydschicht zu reinigen, gewisse organische Substanzen zuzusetzen, welche verhindern, daß das Metall angegriffen und zerfressen wird, wodurch der Verlust sowohl durch unnütz verbrauchte Säure als durch aufgelöstes Metall vermieden wird. Die praktische Wichtigkeit dieses Beizverfahrens veranlaßte Hrn. Dr. L. Elsner einige Versuche anzustellen, deren Resultate er im Berliner Gewerbe-, Industrie- und Handelsblatt, 1849 Nr. 5, folgendermaßen mittheilt:

„Die von den genannten Technikern angegebenen organischen Substanzen, welche den Mischungen von Säure und Wasser zugesetzt werden sollen, sind nicht jedem Techniker leicht zugänglich; ich suchte daher dieselben durch andere leicht zu beschaffende zu ersetzen und benützte dazu Holztheer und Steinkohlentheer, welche ich den Sauerbädern hinzusetzte und dann in diese Mischungen die abzubeizenden, mit dicker Oxydschicht bedeckten eisernen Gegenstände (Gußeisen- sowohl wie Eisenblech-Artikel) hineinlegte. Da in den angewandten Substanzen Kreosot und überhaupt die Producte der trockenen Destillation organischer Körper vorhanden sind und von |461| diesen die vorzügliche Wirkung schon beobachtet worden war, so stand zu erwarten, daß auch die von mir in Anwendung gebrachten Substanzen denselben Zweck erfüllen würden. Diese Voraussetzung fand ich auch vollständig bestätigt, denn die mit einer dicken Oxydschicht bedeckten Gegenstände verloren dieselbe ohne Entwickelung von Wasserstoffgas vollständig, und die darunter erscheinende Oberfläche war schön metallisch schwarzgrau, rein und weich, und erschien nicht im mindesten angegriffen; dagegen waren Gegenstände derselben Art, welche in bloßen Mischungen von Säure und Wasser während derselben Zeit gelegen hatten, fast gänzlich aufgelöst worden. Das Verfahren der HHrn. Thomas und Delisse ist daher nach meinen angestellten Versuchen von praktischem Werthe und verdient deßhalb allgemeiner gekannt und im Großen angewandt zu werden.“

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