Titel: Claudet, über Photographie nach Daguerre's Verfahren.
Autor: Claudet, Antoine François Jean
Fundstelle: 1850, Band 115, Nr. IX. (S. 32–45)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj115/ar115009

IX. Untersuchungen über die Theorie der vorzüglichsten Erscheinungen in der Photographie nach Daguerre's Verfahren; von A. Claudet.

Aus dem Philosophical Magazine, Nov. 1849, S. 374.

Obwohl der Daguerrotyp-Proceß in den letzten zehn Jahren von einer großen Anzahl Physiker untersucht und von einer noch größern Anzahl Praktiker zu einem hohen Grade von Vollkommenheit gebracht wurde, sind die vorzüglichsten Erscheinungen, auf welchen diese neue Kunst beruht, doch noch in ein geheimnißvolles Dunkel gehüllt.

Die bisher noch nicht befriedigend erklärten Erscheinungen, welche ich in dieser Abhandlung besprechen will, beziehen sich auf folgende Punkte:

1) Welche Wirkung hat das Licht auf die empfindliche Schicht?

2) Auf welche Weise erzeugt der Quecksilberdampf das Daguerreotyp-Bild?

3) Welche besondere Lichtstrahlen sind es, die der chemischen Oberfläche die Verwandtschaft zum Quecksilber ertheilen?

4) Aus welchem Grund weicht in den achromatischen Linsen der Gesichtsfocus immer von dem photogenischen (lichtbilderzeugenden) Focus ab?

5) Durch welche Mittel kann man die photogenischen Strahlen messen und den wahren Focus, bei welchem sie das Bild erzeugen, finden?

In der letzten Versammlung der brittischen Naturforschergesellschaft zu Swansea theilte ich mit, daß die Zersetzung der chemischen Oberfläche der Daguerreotyp-Platte durch die Einwirkung gewisser Lichtstrahlen, auf dieser Fläche einen weißen Niederschlag hervorbringt, welcher in unterschwefligsaurem Natron unauflöslich ist und unter dem |33| Mikroskop betrachtet, in das Licht reflectirenden Krystallen erscheint, aber mit unbewaffnetem Auge betrachtet, die Ursache eines positiven Daguerre'schen Bildes ist.

Diese Thatsache war früher nicht beobachtet worden. Daguerre selbst und andere Schriftsteller waren der Ansicht, daß die Wirkung des Lichts auf das Jodsilber nur den Erfolg habe, die Oberfläche zu dunkeln und folglich ein negatives Bild zu erzeugen. Allein es entging ihnen, daß unter dem gedunkelten Jodsilber nach und nach durch das Licht eine andere Wirkung eintritt, so daß man nach dem Abwaschen mit unterschwefligsaurem Natron ein positives Bild erhält. Ich habe mich von dieser unerwarteten Thatsache überzeugt, indem ich lediglich durch die Wirkung des Lichts, und ohne Quecksilber, Bilder von demselben Aussehen erhielt, wie die durch die Wirkung des Quecksilberdampfs entwickelten. Diese directe und unmittelbare Wirkung des Lichts ist gewiß merkwürdig; aber das Daguerreotyp-Verfahren ist nicht hierauf gegründet, denn jene Wirkung erfolgt zu langsam; lange bevor das Licht den erwähnten weißen Niederschlag erzeugen kann, bringt es eine andere Wirkung hervor, nämlich die wunderbare Eigenschaft der Platte den Quecksilberdampf anzuziehen. Dieser Dampf wird in Gestalt eines weißen Pulvers verdichtet, welches, unter dem Mikroskop betrachtet, ebenfalls das Ansehen reflectirender Krystalle hat. Letzterer Eigenschaft ist das Daguerreotyp-Bild zuzuschreiben.

Hr. Moser stellte eine scharfsinnige Theorie der Wirkung des Quecksilbers auf. Da der gelbe Strahl die Eigenschaft besitzt, die Wirkung fortzusetzen, welche das Licht auf das Jodsilber auszuüben begann, so nahm er an, daß das Quecksilber im Dampfzustand ein latentes gelbes Licht entwickle und der Wirkung dieses gelben Lichts vom Quecksilberdampf schrieb er die Fortdauer der Zersetzung des Jodsilbers zu. Da aber die Analyse der Oberfläche, auf derselben Quecksilber nachweist, so muß sich dieses Metall mit dem Silber amalgamirt haben welches nach der Einwirkung des Lichts frei wurde. Wir müssen daher die Erscheinung anders zu erklären suchen.

Es ist wahrscheinlicher, daß das Licht eine zweifache Wirkung auf das Jodsilber ausübt, gleichviel ob es mit Chlor oder Brom verbunden ist, oder nicht. Durch die eine Wirkung wird das Jodsilber zersetzt und das freigewordene Silber in Form eines weißen Pulvers oder kleiner Krystalle auf die Oberfläche niedergeschlagen; durch die andere, welche lange vor der erstem beginnt, wurden die vom Licht afficirten Theile mit einer Verwandtschaft zum Quecksilberdampf begabt.

|34|

Mittelst meines Photographometers,7) auf welchen ich mich jetzt beziehen muß, konnte ich ermitteln, daß das reine Sonnenlicht in 2 bis 3 Secunden die Zersetzung des Bromjodsilbers bewerkstelligt, welche sich durch den weißen Niederschlag kundgibt; daß hingegen dieselbe Lichtintensität die Verwandtschaft zum Quecksilberdampf in der kurzen Zeit von etwa 1/1000 Secunde hervorruft. Die Verwandtschaft zum Quecksilber wird also durch eine Lichtintensität mitgetheilt, welche 3000 mal schwächer ist als diejenige welche die durch den weißen Niederschlag sich kundgebende Zersetzung hervorbringt.

Aus diesem Grunde läßt sich nicht wohl annehmen daß die bei den Wirkungen dieselben seyen; sie müssen als verschieden betrachtet werden. Lange bevor das Licht die Zersetzung der Oberfläche bewirken kann, theilt es der empfindlichen Schicht die Verwandtschaft zum Quecksilberdampf mit; dieß scheint das Princip der Bilderzeugung beim Daguerreotyp-Proceß zu seyn.

In einer Abhandlung welche ich im Jahr 1847 der Royal Society mittheilte, bemerkte ich, daß die rothen, orangefarbigen und gelben Strahlen die Wirkung des weißen Lichts zerstören, und daß die Oberfläche, wenn sie der Einwirkung dieser Strahlen ausgesetzt wird, ihre frühere Empfindlichkeit (den nicht afficirten Zustand) wieder gewinnt. Ich schloß aus dieser merkwürdigen Thatsache, daß das Licht die Oberfläche nicht zersetzt haben konnte; denn in diesem Falle wäre nicht zu begreifen, wie die rothen, orangefarbigen und gelben Strahlen so flüchtige Elemente wie Brom und Jod, nachdem sie einmal von dem Silber getrennt worden sind, wieder mit einander verbinden sollten.

Ich war aber bisher noch nicht im Stande nachzuweisen, daß wenn das Licht das Bromjodsilber zersetzt hat, die rothen, orangefarbigen und gelben Strahlen die Oberfläche wieder in ihren frühern Zustand zurückführen können.

Die Wirkung des Lichts, welche von den rothen, orangefarbigen und gelben Strahlen zerstört werden kann, ruft die Zersetzung nicht hervor, welche einer 3000 mal so langen Zeit bedürfen würde. Nur die durch eine 3000 mal geringere Zeit hervorgebrachte Wirkung, welche die Verwandtschaft zum Quecksilber bewirkt, wird von den rothen, orangefarbigen und gelben Strahlen ganz zerstört.

Hienach scheine ich Recht gehabt zu haben, indem ich sagte, daß in der kurzen Zeit, welche hinreicht um die Verwandtschaft zum Quecksilber |35| zu ertheilen, keine Zersetzung der Verbindung stattfindet, und daß die Erzeugung des Bildes nur dieser Verwandtschaft zuzuschreiben sey. Das weiße Licht oder die es begleitenden chemischen Strahlen ertheilen der Oberfläche die Verwandtschaft zum Quecksilber, und die rothen, orangefarbigen und gelben Strahlen entziehen sie ihr wieder. Ich muß hier einer sonderbaren Anomalie erwähnen: wenn nämlich die empfindliche Fläche nur mit Jod, ohne Brom, bereitet ist, so setzen die rothen, orangefarbigen und gelben Strahlen, anstatt die Wirkung des weißen Lichts zu zerstören, sowohl die Wirkung der Zersetzung, als diejenige der Verwandtschaft zum Quecksilber fort. Doch gibt es eine doppelte Jodverbindung, welche weit empfindlicher als die einfache ist, und auf welche die rothen, orangefarbigen und gelben Strahlen ihre zerstörenden Wirkungen ausüben, wie dieß beim Bromjodid der Fall ist.

Die Erscheinung der fortdauernden Wirkung der rothen, orangefarbigen und gelben Strahlen auf die einfache Jodsilberverbindung wurde von Ed. Becquerel entdeckt; bald darauf fand Gaudin, daß diese Strahlen nicht nur die Wirkung fortsetzen, durch welche Quecksilber abgesetzt wird, sondern daß sie auch ohne Quecksilber ein Bild entwickeln, welches gerade so aussieht wie das durch Quecksilberdampf erzeugte.

Da Hr. Gaudin den weißen Niederschlag nicht beobachtet hatte, welcher bei der Zersetzung durch die Wirkung des Lichts entsteht, so vermochte er die Ursache des unter dem Einfluß des gelben Strahls hervorgebrachten Bilds nicht zu erklären.

Ich habe bemerkt, daß das Jodsilber ohne Brom 100 mal empfindlicher als das Bromjodsilber gegen diejenige Wirkung des Lichts ist, welche die Zersetzung der Verbindung hervorruft, die den weißen Silberniederschlag bildet; daß es dagegen 100 mal weniger empfindlich für diejenige ist, welche die Verwandtschaft zum Quecksilber hervorbringt. Dieß scheint ein weiterer Grund für die Annahme zu seyn, daß beide Wirkungen verschieden sind. Es mag seyn, daß beim bloßen Jodsilber, wo die Zersetzung schneller geschieht, die Verwandtschaft zum Quecksilber hingegen langsamer erzeugt wird, als wenn auch Brom in der Verbindung ist, die rothen, orangefarbigen und gelben Strahlen, die hier auf eine anfangende Zersetzung einzuwirken haben, vermöge ihres eigenen photogenischen Einflusses die Kraft besitzen, die schon begonnene Zersetzung fortzusetzen; dieß würde die Entwickelung des Bildes unter rothen, orangefarbigen oder gelben Gläsern nach Gaudin's Entdeckung erklären. Beim Bromjodsilber hingegen haben die rothen, orangefarbigen oder gelben Strahlen ihre Wirkung auf die Verwandtschaft zum |36| Quecksilber auszuüben, welche schon lange vor der Zersetzung der Verbindung begonnen hat, und sie haben die Eigenschaft diese Verwandtschaft zu zerstören.

Hiernach scheint es, daß alle Lichtstrahlen die Eigenschaft besitzen, das Jodsilber in längerer oder kürzerer Zeit zu zersetzen, sowie diejenige, beim Bromjodsilber die Verwandschaft zum Quecksilber hervorzurufen; jedoch mit dem Unterschied, daß bei der ersten Verbindung die getrennten Wirkungen der verschiedenen Strahlen mit einander fortdauern, bei der zweiten Verbindung aber ihre getrennten Wirkungen einander zerstören. Man kann dieß so verstehen, daß im erstern Fall alle Strahlen dieselbe Zersetzung zu bewirken vermögen; im zweiten Fall aber die Verwandschaft zum Quecksilber, wenn sie durch einen Strahl ertheilt wurde, von einem andern wieder zerstört wird. Auf diese Weise würden sich die verschiedenen Erscheinungen bei der Bildung der zweierlei Niederschläge, sowie auch die Anomalie hinsichtlich der Fortdauer der Lichtwirkung durch die rothen, orangefarbigen und gelben Strahlen, nach Becquerels Entdeckungen am Jodsilber, andererseits aber auch die Zerstörung dieser Wirkung durch dieselben Strahlen, nach meinen eigenen Beobachtungen am Bromjodsilber, erklären lassen.

Die rothen, orangefarbigen und gelben Strahlen sind, wenn sie auf eine noch unafficirte Oberfläche wirken, bedeutend weniger als die brechbarsten Strahlen fähig, sowohl dem Jodsilber als dem Bromjodsilber die Verwandtschaft zu Quecksilberdämpfen zu ertheilen; und sie zerstören diese Verwandschaft, wenn sie auf dem Bromjodsilber durch die photogenischen Strahlen erzeugt worden ist. Daraus folgt, daß wenn die rothen, orangefarbigen und gelben Strahlen im Lichte reichlicher vorhanden sind als die brechbarsten Strahlen, die photogenische Wirkung nach Maaßgabe des Ueberschusses dieser entgegenstrebenden Strahlen verzögert wird. Dieser Fall tritt ein, wenn in der Atmosphäre Dämpfe enthalten sind, welche die brechbarsten Strahlen absorbiren. Unter solchen Umständen erscheint das Licht mehr gelb; es läßt sich aber die wahre Farbe des Lichts und das in einem gegebenen Moment in der Atmosphäre vorhandene Mengenverhältniß photogenischer Strahlen durch das Auge sehr schwer beurtheilen.

Die Dämpfe der Atmosphäre, welche das Licht gelb machen, wirken wie jedes andere Medium, welches die blauen und gleichen Grad von Brechbarkeit besitzenden Strahlen auffängt. Ich ermittle durch einen sehr einfachen Versuch die relative photogenische Wirkung der durch solche Media gegangenen Strahlen und jener, die auf kein solches Hinderniß |37| stießen; auch diejenigen Media, welche die photogenischen Strahlen auffangen, können die beleuchtenden Strahlen frei hindurchpassiren lassen.

Wenn ich einen Kupferstich zur Hälfte mit hellgelbem Glas bedecke und ihn vor meine Camera obscura bringe, um das Ganze auf einer Daguerreotyp-Platte darzustellen, so finde ich, daß in der Zeit, welche erforderlich war um das Bild von der nicht bedeckten Hälfte zu erhalten, auf der mit dem gelben Glas bedeckten Hälfte nicht die geringste Wirkung stattfand.

Wenn ich nun eine Hälfte mit dunkelblauem, und die andere mit demselben hellgelben Glas bedecke, so ist der Kupferstich durch das gelbe Glas sehr deutlich zu sehen, durch das blaue hingegen gar nicht. Wird das Ganze wie vorher der Daguerreotyp-Platte dargeboten, so bleibt die Hälfte, welche vom Auge deutlich gesehen wurde, ohne Wirkung darauf; die andere Hälfte hingegen, welche nicht gesehen werden konnte, findet sich vollkommen übertragen und zwar beinahe in so kurzer Zeit, als wenn kein blaues Glas dazwischen gebracht worden wäre.

So können wir einen Raum herstellen, welcher von hellgelbem Glas eingeschlossen ist, und worin das Licht das Auge sehr blenden würde; in diesem Raum könnte keine photographische Operation vorgenommen werden; oder wir könnten einen Raum mit tiefblauem Glas einschließen, der sehr dunkel erscheinen, worin aber die photographische Operation fast ebenso rasch vor sich gehen würde, als in freier Luft.

So können wir gewisse Zustände der Atmosphäre begreifen, unter welchen ein Ueberfluß von beleuchtenden Strahlen, aber sehr wenig photogenische Strahlen vorhanden sind; und wieder andere, wo das Umgekehrte der Fall ist.

Da es nun sehr schwer ist, durch das bloße Auge den photogenischen Zustand des Lichts zu beurtheilen, so begreift man, daß der Photograph hinsichtlich der Wirkung, die er hervorzubringen beabsichtigt, sich immer getäuscht findet, weil er keine Mittel hat, sich von der Intensität des Lichts im voraus mit einem gewissen Grad von Sicherheit zu überzeugen. Aus diesem Grunde habe ich mein Photographometer construirt, womit ich zugleich die Empfindlichkeit der Daguerreotyp-Platte und die Intensität des Lichts zu prüfen vermag.

Bei dem von mir beschriebenen Instrument fiel das Licht auf die Daguerreotyp-Fläche, während eine Metallplatte die mit sieben Oeffnungen in einer horizontalen Linie versehen ist, welche in der geometrischen Progression 1, 2, 4, 8, 16, 32, 64 auf einander folgen – eine |38| geneigte Ebene hinabgleitet; auf der Daguerreotyp-Platte, welche mit einer andern, mit vier Reihen von sieben Löchern versehenen Metallplatte bedeckt ist, wird also die Wirkung des Lichts durch jedes der sieben Löcher im Verhältniß zur Oeffnung der beweglichen Platte repräsentirt. Jede der vier Löcherreihen bestimmte dieselbe Anzahl weißer Flecken, und die Anzahl von Flecken war das Maaß des Lichts in diesem Augenblick. Ich wählte vier Löcherreihen, um auf derselben Platte mehrere Präparirungen versuchen oder um das Licht auf derselben Platte zu vier verschiedenen Zeiten probiren zu können.

Die Verbesserung, welche ich seitdem anbrachte, besteht darin, daß ich jedes Loch mittelst eines dünnen Schiebers verschließen kann, so daß ich durch wiederholtes Fallenlassen die geometrische Progression von 1 bis 512 auf einer Platte fortzusetzen vermag; und wenn dem doppelten Apparate eine zweite Platte hinzugefügt wird, von 1 bis 8192. Auf diese Art kann ich die verschiedenen Wirkungen des Lichts in einer bedeutenden Reihe von Intensitäten vergleichen. Dieß wird auf folgende Weise bewerkstelligt. Nachdem ich einmal bei sämmtlichen geöffneten Schiebern fallen gelassen habe, schließe ich einen Schieber und lasse wieder fallen, schließe dann den zweiten Schieber und lasse zweimal fallen u.s.f., die Anzahl der Hinabgleitungen bei jeder Verschließung eines neuen Schiebers immer verdoppelnd.

Auf diese Art war ich im Stande zu entdecken, bei welchem Grad der Licht-Intensität die „Solarisation“ benannte Wirkung hervorgebracht wird; bei gut präparirten Bromjodid-Platten beginnt sie nicht unter einer 512 mal größern Intensität als diejenige ist, welche die erste Wirkung des Quecksilbers hervorruft; ich konnte ferner ermitteln, bei welcher Lichtstärke die Zersetzung eintritt, welche den weißen Niederschlag ohne Quecksilber, sowohl auf Jodsilber als auf Bromjodsilber, erzeugt. Auf ersterem findet sie 100 mal schneller statt, als auf dem Bromjodid; und auf letzterm wird sie durch eine Intensität hervorgerufen, welche 3000 mal größer ist, als diejenige welche die erste Verwandtschaft zum Quecksilber hervorruft.

Mittelst der Schieber kann ich die Wirkung verschiedener isolirter Strahlen auf die vom weißem Licht angegriffenen Platten prüfen. Dieß geschieht, indem ich die Hälfte jedes Loches mit dem Schieber durch eben hinlängliches Vorschieben desselben verschließe. In diesem Zustande unterziehe ich die Oberfläche, auf welche mit einer großen Anzahl von Licht-Intensitäten gewirkt wurde, der nachfolgenden Strahlung durch rothe, orangefarbige oder gelbe Gläser, oder ein sonstiges gefärbtes durchsichtiges Medium, um die Wirkung dieser Strahlungen auf |39| die Hälfte der von jeder Lichtintensität hervorgebrachten Effecte zu untersuchen. Auf diese Art fand ich, daß bevor das Licht die Oberfläche zersetzt und den weißen Niederschlag erzeugt hat, die rothen, orangefarbigen und gelben Strahlen die Verwandtschaft zum Quecksilber zerstören und damit fortfahren, wenn die Zersetzung begonnen hat.

Im Laufe meiner Versuche beobachtete ich eine merkwürdige Thatsache, die mich sehr irre machte, bis ich ihre Ursache auffand.

Ich erwähne sie hier, weil sie zu weiteren Entdeckungen führen kann. Ich bemerkte, daß zuweilen die Räume unter den runden Löchern, welche während der Anwendung des Photographometers nicht in solchem Grade vom Licht afficirt wurden, daß die Ablagerung von Quecksilber bewirkt werden konnte, wie zu erwarten, ganz schwarz waren, während doch die sie umgebenden Räume vom Quecksilber schwach afficirt waren. Anfangs konnte ich diese Erscheinung nicht anders erklären als durch die Annahme, daß die ganze Platte vorher zufällig vom Licht schwach afficirt worden sey, und eine andere durch die Löcher auf sie gelangte Lichtart die frühere Wirkung zerstört, habe. Ich ward natürlich auf diese Erklärung geleitet, weil ich vorher beobachtet hatte, daß eine Lichtart die Wirkung der andern zerstört, z.B. daß die Wirkung des Lichtes vom Norden her durch das Licht aus dem Süden zerstört wird, wenn gewisse in der südlichen Atmosphäre befindliche Dünste dem Sonnenlicht einen gelben Ton ertheilen. Nach wiederholten Versuchen aber, wobei die Platte vollkommen vor dem Lichte geschützt wurde und indem ich mich an einige Versuche Moser's erinnerte, fand ich, daß die Verwandtschaft zum Quecksilber der Oberfläche der Daguerreotyp-Platte durch die Berührung der mit runden Löchern versehenen Metallplatte mitgetheilt wurde, während der Raum unter dem Loche eine solche Einwirkung nicht erlitten hatte. Diese Erscheinung tritt jedoch nicht allemal ein; manchen Tag tritt sie häufig ein, und an anderen Tagen zeigt sie sich wieder gar nicht. Wenn man erwägt, daß die mit runden Löchern versehene Platte von Kupfer ist, die Daguerreotyp-Platte aber von Silber (mit welchem ihr Kupfer plattirt ist), so ist es wahrscheinlich, daß die Quecksilber-Ablagerung einer durch die Berührung der beiden Metalle veranlaßten elektrischen oder galvanischen Wirkung zuzuschreiben ist; der Umstand daß die Wirkung nicht jedesmal eintritt, macht es wahrscheinlich, daß sie durch irgend einen besondern elektrischen Zustand der umgebenden Atmosphäre entwickelt wird, und bei einem Feuchtigkeitsgrad der Luft, welcher den elektrischen Strom verstärkt. Wenn einmal die Umstände genau bekannt sind, unter welchen die Wirkung eintritt, können wir uns vielleicht diese Eigenschaft zu |40| nutze zu machen, um die Wirkung des Lichts auf die Daguerreotyp-Platte zu erhöhen; denn es ist nicht unwahrscheinlich, daß die der Platte ertheilte Verwandtschaft zum Quecksilber ebenfalls einem elektrischen Einfluß des Lichts zuzuschreiben sey. Wie wäre sonst diese Verwandtschaft zum Quecksilber zu erklären, welche ihr von einigen Strahlen ertheilt, und von andern wieder entzogen wird, lange bevor das Licht als ein chemisches Agens gewirkt hat?

Die Photographie ist gewiß eine der wichtigsten Entdeckungen unseres Zeitalters. Sie setzte uns bereits in Stand, viele bisher noch nicht erforschte oder nur unvollständig bekannte Punkte der Physik und Chemie aufzuklären, und es ist zu erwarten, daß ihr Studium dem Fortschritt dieser Wissenschaften von großem Nutzen seyn wird. Besonders in der Optik eröffnete sie aber ein weites Feld für Untersuchungen und Entdeckungen. Hätte Newton die Eigenschaften des Lichts, welche es bei den Erscheinungen der Photographie zeigt, gekannt, so hätte er ohne Zweifel eine vollständigere Theorie des Lichts und der verschiedenen Strahlen, woraus es zusammengesetzt ist, hinterlassen.

Seit der Entdeckung der Photographie haben die Optiker neue Combinationen von Linsen versucht, um die Beleuchtungskraft zu erhöhen, ohne zugleich die Abweichung wegen der Kugelgestalt zu vergrößern. Die Gerechtigkeit erfordert es zu sagen, daß der Optiker, welcher zuerst die besten Linsen für die Photographie lieferte, Hr. Voigtländer in Wien ist, und noch sind seine Linsen die besten, deren sich der Photograph, besonders für Porträts, bedienen kann. In England hat ein sehr verdienstvoller Optiker, Hr. A. Roß, Linsen nach denselben Principien construirt und einige geliefert, welche eben so schnell ihren Dienst thun und ein in jeder Hinsicht ebenso gutes Bild liefern. In Paris ist Hr. Lerebours rühmlich bekannt wegen seiner Linsen mit größerer Brennweite, welche zum Aufnehmen von Ansichten besser geeignet sind, als irgend welche die ich versucht habe.

Vom Anbeginn der Photographie war es bekannt, daß die wirksamen Strahlen, welche die brechbarsten sind, einen kürzern Focus haben, als diejenigen, welche weißes Licht hervorbringen; aus diesem Grunde empfahl Daguerre selbst die Anwendung achromatischer Linsen, weil bei denselben alle Strahlen ziemlich in einen Focus zusammenfallen. Jede Camera obscura wurde daher mit achromatischen Linsen versehen und so construirt, daß die Platte genau in dieselbe Entfernung gebracht werden kann, wie das mattgeschliffene Glas, worauf das Bild am schärfsten erschien. Mit einer solchen Camera obscura war es |41| aber sehr schwer, ein photographisches Bild so vollkommen zu erhalten, wie das auf dem matten Glas gesehene, und nur hie und da, gewissermaßen zufällig, wurden gute Bilder erhalten.

Ich bemerkte diese Unregelmäßigkeit bald und dachte, sie rühre von etwaigen Fehlern in der respectiven Stellung der beiden Rahmen her, wovon der eine das matte Glas, der andere die Platte hält, indem sie durch Schwinden oder sonst eine Ursache in andere Abstände vom Objectivglas verschoben worden seyn konnten.

Da ich keine andere Fehlerquelle aufzufinden vermochte, construirte ich eine Camera obscura, worin das matte Glas und die Platte in einen und denselben Rahmen gebracht wurden. Dadurch hoffte ich den geringsten Fehler, die geringste Abweichung zu vermeiden. Allein zu meinem Erstaunen konnte ich, je genauer ich mit der Zurichtung verfuhr, umsoweniger ein Lichtbild mit scharfen Umrissen erhalten. Daraus folgerte ich, daß ich nach einer andern Ursache der Schwierigkeit forschen müsse; ehe ich aber weiter schritt, entschloß ich mich zu versuchen, ob der gewöhnliche Focus mit dem photogenischen Focus wirklich übereinstimme oder nicht. Zu diesem Behufe stellte ich vor die Camera obscura Schirme, welche mit schwarzen Linien überzogen waren, die ich auf dem matten Glas sehr deutlich sehen konnte. Ich suchte den Focus bei einem dieser Schirme und fand zu meiner Verwunderung und Freude, daß seine Linien, welche auf dem matten Glase mit Schärfe sichtbar waren, auf der Daguereotyp-Platte immer wirre zum Vorschein kamen, und umgekehrt. Daraus konnte ich mit Grund auf die Ursache der Schwierigkeiten schließen, daß nämlich der Gesichtsfocus mit dem photogenischen Focus nicht zusammenfiel. Das Auffallendste dabei war aber, daß der photogenische Focus länger war als der Gesichtsfocus. Man sollte glauben, daß er kürzer seyn müsse, weil die photographischen Strahlen die brechbarsten sind. Obwohl ich nun vorerst die Ursache dieser Anomalie nicht einsehen konnte, war es mir genügend zu wissen, daß ich, um ein scharf gezeichnetes Daquerreotypbild zu erhalten, nur den Focus eines Objects am mattgeschliffenen Glas näher an die Camera zu bringen habe, nämlich auf den durch den Versuch mit den verschiedenen Schirmen angezeigten Abstand. Bei der Fortsetzung meines Versuchs fand ich einige Linsen, bei denen der photogenische Focus kürzer war, und wieder andere, bei denen beide zusammenfielen.

Ich theilte im Mai 1844 darüber Royal Society und der französischen Akademie der Wissenschaften eine Abhandlung mit, und seitdem waren die Photographen im Stande, den wahren photogenischen Focus ihrer Camera |42| aufzufinden; Optiker, welche vorher die Thatsache in Abrede stellten, haben zuletzt den Gegenstand studirt und versucht, Linsen zu construiren, in welchen die beiden Brennpunkte zusammenfallen.

Hr. Lerebours zu Paris war der erste, welcher auf meine Veranlassung den Gegenstand näher untersuchte; er überreichte der französischen Akademie eine Abhandlung, worin er die Ursache des Unterschieds der Brennpunkte erklärte. Er behauptete, daß er durch Abänderung des Verhältnisses zwischen den Winkeln, welche die Curven entweder des Kron- oder des Flintglases bilden, den photogenischen Focus nach Belieben länger oder kürzer als den Gesichtsfocus machen, und durch dasselbe Mittel sie auch auf einen Punkt vereinigen könne. Es ist keine Frage, daß Hr. Lerebours Recht hatte, insofern das Resultat von der chromatischen Correction abhängt; wenn aber, je nach der Dichtigkeit der beiden Gläser gewisse Krümmungen erforderlich sind, um die sphärische Aberration zu corrigiren, so können diese Krümmungen nicht ohne Nachtheil, bloß in der Absicht verändert werden, den brechbarsten Strahlen andere Richtungen zu geben. Aus diesem Grunde zog ich stets Linsen vor, bei welchen die sphärische Aberration möglichst vollkommen beseitigt ist, ohne mich darum zu kümmern, ob die photogenischen Strahlen mit den Gesichtsstrahlen zusammenfallen oder nicht, indem ich Mittel besitze mich zu versichern, daß ich auf meiner Daguerreotyp-Platte die Bilder mit der größten Schärfe erhalte. Da nach meinen Beobachtungen die rothen, orangefarbigen und gelben Strahlen den photogenischen entgegenwirken, und die letztern größere Kraft besitzen, wenn von ersteren verhältnißmäßig wenigere vorhanden sind, so bin ich der Ansicht, daß wenn nur die photogenischen Strahlen auf der Platte condensirt, die andern aber in dem von dem photogenischen Punkt mehr oder weniger entfernten Raum zerstreut werden, die Wirkung eine raschere ist. Raschheit ist aber bei der Photographie eine Hauptsache, und ich ziehe daher Linsen vor, in welchen die beiden Brennpunkte getrennt sind, obwohl die Operation etwas schwieriger ist und große Aufmerksamkeit erfordert.

Die Frage hinsichtlich des photogenischen Focus ist noch in ein anderes Geheimniß gehüllt, welches einige Aufmerksamkeit verdient. Ich habe gefunden, daß bei denselben Linsen ein beständiges Wechseln im Abstand der beiden Brennpunkte stattfindet. Dieselben bleiben nie im gleichen Verhältniß zu einander und sind manchmal mehr oder weniger von einander entfernt; bei manchem Licht stehen sie sehr weit von einander ab, bei anderem sind sie sich sehr nahe und fallen sogar zusammen. Aus diesem Grunde ermittle ich immer vor der Operation |43| ihre Lage. Die Ursache dieser sonderbaren Erscheinung konnte ich nicht entdecken; daß sie aber stattfindet, kann ich behaupten. Anfangs dachte ich, daß Veränderungen in der Dichtigkeit der Atmosphäre den Wechsel in dem Abstand der beiden Brennpunkte hervorbringen dürften; oder daß wenn die gelben Strahlen in mehr oder weniger großer Menge vorhanden sind, die Gesichtsstrahlen an verschiedenen Punkten auf der Achse der Brennpunkte gebrochen werden, je nach der mittleren Brechbarkeit der Strahlen, woraus das weiße Licht in diesem Augenblick besteht. Aber ein neuer Versuch zeigte mir, daß dieß nicht die wahren Ursachen der Abweichung seyn können. Ich bediene mich in der Regel zweier Objectivgläser: eines von kürzerer Brennweite für kleine Bilder, und eines anderen von längerer Brennweite für größere Bilder. In beiden ist der photogenische Focus länger als der Gesichtsfocus; aber wenn sie bei dem einen weit auseinander sind, so sind sie es weniger bei dem andern; manchmal sind sie, wenn sie bei dem einen zusammenfallen, beim anderen sehr weit von einander entfernt, und manchmal fallen beide zusammen. Ich habe dieß in den letzten 12 Monaten alle Tage versucht, und immer dieselben Veränderungen wahrgenommen. Die Dichtigkeit der Atmosphäre oder die Farbe des Lichts scheinen mit dieser Erscheinung nichts zu schaffen zu haben, sonst müßte dieselbe Ursache bei beiden Linsen dieselbe Wirkung hervorbringen. Ich muß bemerken, daß ich meine täglichen Versuche mit den beiden Objectivgläsern zur selben Zeit und mit jedem immer in gleicher Entfernung vornehme, denn jede Veränderung im Focal-Abstand würde die photogenischen Strahlen mehr oder weniger zerstreuen, wie ich mich davon überzeugte. Das Verlängern oder Verkürzen der Brennweite nach Maßgabe der Entfernung des abzubildenden Objectes hat eine Modification in dem Achromatismus der Linsen zur Folge. Der Optiker kann, nach Lerebour's Berechnung, beim Combiniren der beiden Gläser, aus welchen eine achromatische Linse besteht, zwar nach Belieben solche Krümmungen oder Winkel bei denselben wählen, daß der Gesichtsfocus mit dem photogenischen Focus zusammenfällt, aber er kann dieß nur für eine Focuslänge. Sobald der Abstand verändert wird, fallen auch die beiden Brennpunkte wieder auseinander, weil die Sehstrahlen und die photogenischen Strahlen bei ihrem Austritt aus der Linse in verschiedenen Winkeln gebrochen werden müssen, um in dem für den einen Abstand vom Object gegebenen Focus zusammenzutreffen. Wird der Abstand geändert, so wird der Focus entweder länger oder kürzer; und da der Winkel, in welchem verschiedene Strahlen gebrochen werden, nahezu derselbe bleibt, so können sie im neuen Focus nicht zusammentreffen |44| und erzeugen zwei Bilder. Würden die Gesichts- und die photogenischen Strahlen parallel zu einander gebrochen, so würden sie bei ihrem Austritt aus der Linse für jeden Focus immer zusammenfallen; dieß ist aber nicht der Fall.

Es scheint sonach unmöglich, daß Linsen construirt werden können, in welchen die beiden Brennpunkte für alle verschiedenen Abstände übereinstimmen, bis wir zwei Glassorten entdeckt haben, bei welchen die Dichtigkeiten in demselben Verhältniß sind wie ihr Zerstreuungsvermögen. In der Photographie gibt es keine Frage von größerer Wichtigkeit als die der Auffindung des wahren photogenischen Focus jeder Linse für verschiedene Abstände. Ich habe das Verfahren beschrieben, welches ich dazu befolge; mittelst dieses sehr einfachen Instruments kann jeder Photograph immer mit jedwedem Objectivglas scharf begränzte Bilder erhalten. Es gibt aber noch ein Verfahren, den Unterschied zwischen den beiden Brennpunkten zu ermitteln, welches vor kurzem erst von Hrn. G. Knight in London erfunden wurde. Derselbe war so gefällig, mir den eben so sinnreichen als einfachen Apparat mitzutheilen, mittelst dessen er nicht nur die Differenz zwischen dem Gesichtsund dem photogenischen Focus genau finden, sondern auch die Daguerreotyp-Platte auf den Punkt einstellen kann, wo sich der photogenische Focus befindet. Für die wissenschaftliche Erörterung des Gegenstandes wird Knight's Apparat dem Optiker von großem Werthe seyn, da er ihn in Stand setzt, die Erscheinung mit mathematischer Genauigkeit zu studiren.

Knight's Apparat besteht in einem Gestell mit zwei Ruthen oder Fälzen, einem verticalen, in welchen er das mattgeschliffene Glas stellt, und einem mit ersterem einen Winkel bildenden, welcher die Platte aufzunehmen hat; die Ebenen der Falze durchschneiden sich in der Mitte. Nachdem er den Focus auf dem matten Glas eingestellt hat, wird letzteres entfernt und die Platte in den geneigten Falz eingesetzt. Bringt man nun eine Zeitung oder sonst ein groß gedrucktes Blatt Papier vor die Camera, so erzeugt sich das Bild derselben auf der geneigten Platte, und natürlich treffen die verschiedenen Punkte der Platte bei ihrer Neigung mit einem verschiedenen Focus zusammen; der Mittelpunkt der Platte wird in Folge ihrer Neigung mit dem Gesichtsfocus zusammenfallen. Sie wird in einer Richtung an einem mehr oder weniger vom Centrum entfernten Punkt mit dem photogenischen Focus zusammenfallen, wenn dieser kürzer ist als der Gesichtsfocus, und in der andern Richtung, wenn er länger ist. Das Gestell ist mit einer eingetheilten Scala versehen, deren Null sich in der Mitte befindet. Wird das Bild auf der Daguerreschen Platte dargestellt, so kann der Operator eine andere bewegliche Scala von gleicher |45| Eintheilung wie jene an dem Apparat anbringen und so ermitteln, bei welcher Abtheilung über oder unter Null das Bild am schärfsten begränzt erscheint; nachdem er das Versuchsgestell von der Camera entfernt und den Focus wie gewöhnlich auf das matte Glas eingestellt hat, braucht er nur die Röhre des Objectivglases mittelst der Zahnstange und des Getriebes hinein- oder herauszutreiben, um so viel als die Abtheilung der Scala beträgt, welche die Abweichung des wahren photogenischen Focus anzeigt; zu diesem Behufe ist die Röhre des Objectivglases mit derselben Scala versehen.

Schließlich möchte ich noch einmal die Aufmerksamkeit aller, die sich mit Optik befassen, auf die von mir beobachtete besondere Thatsache hinsichtlich der beständigen Abweichung der beiden Brennpunkte lenken. Die Ursache derselben konnte ich nicht auffinden und ich muß ihre Erforschung andern überlassen.

|34|

Man vergl. die Beschreibung desselben im polytechn. Journal Bd. CXI S. 42.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: