Titel: Ventilirende Backsteine.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1850, Band 115, Nr. XXXVIII. (S. 199)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj115/ar115038

XXXVIII. Ventilirende Backsteine.

Aus dem Practical Mechanic's Journal, Sept. 1849, S. 142.

Mit einer Abbildung auf Tab. III.

Eine sinnreiche Methode, Gebäude zu ventiliren, wurde von den HHrn. Beedle und Rodgers in Wokingham Berts erdacht; bei derselben bewirken nämlich die Backsteine selbst die Ventilation. Fig. 35 ist eine perspektivische Darstellung einer neun Zoll dicken Mauer, die aus ventilirenden Backsteinen ausgeführt ist, und wobei nur ein einziger gewöhnlicher Ziegel im Eck einer jeden Schichte gebraucht ist. Der ventilirende Backstein hat ungefähr die Gestalt eines H, da von zwei gegenüber liegenden Seiten halbcylindrische Ausschnitte aus demselben gemacht sind, so daß wenn die Mauer hergestellt ist, das massive Mittelstück eines Steines über die Mitte der Oeffnung kommt, welche von zwei darunterliegenden zusammenstoßenden Steinen gebildet wurde. Diese Oeffnung wird jedoch durch das Mittelstück nur theilweise bedeckt, und es bleibt rechts und links von demselben noch freier Raum, so daß die Luft durch die ganze Höhe der Mauer ziehen kann. Bei der besondern Form der Steine wird die Hälfte der Mörtelfugen vermieden. Sie sind 9 Zoll lang, 9 Zoll breit und 3 Zoll dick, entsprechen also beim Baue doppelten Ziegeln, während die Fugen nur wie für einfache Steine sind. Die Zahl der gewöhnlichen Backsteine, welche man für die Ruthe Mauerwerk braucht, beläuft sich auf 4300, während von den neuen nur 2150 nöthig sind. Bringt man in der Mauer eine Klappe an, so kann man die verdorbene Luft eines Raumes oder Zimmers entfernen, ohne daß ein Kamin oder Zugcanal sichtbar wird. Bei Treibhäusern kann der innere Raum durch einen heißen Luftstrom geheizt werden, welcher durch die Canäle der Mauer geleitet wird, ohne daß man die bisherigen Heizröhren und Schornsteine nöthig hat.

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