Titel: Ueber das Schneiden der Kühe.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1850, Band 115/Miszelle 15 (S. 80)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj115/mi115mi01_15

Ueber das Schneiden der Kühe.

In Amerika hat man zuerst versucht die Kühe zu schneiden, und zwar mit gutem Erfolg; das Verfahren verbreitete sich daselbst vom J. 1832 an. In England, Deutschland und der Schweiz fand es bald Nachahmung; in Frankreich machte der Veterinärarzt Charlier von Reims den Versuch damit an zwei Kühen zu Brognon, und gewann nach vielen Aufopferungen endlich die Anerkennung der Sachverständigen. Diese Operation sagt Hr. Leuschenring in einem Berichte darüber, ist nicht so gefährlich wie viele andere, eben so gewagte (z.B. das Anstechen der Pansen), die von Leuten vorgenommen werden, welche von der Thierarzneikunde gar nichts verstehen; fünf Minuten genügen zum Ausnehmen der Eierstöcke und eben so viele zum Zunähen. Zu häufig darf die Operation natürlich nicht vorgenommen werden; vorzüglich eignet sie sich für die Nähe großer Städte, wo die Milch eines der wichtigsten Nahrungsmittel ist, wo es nicht viel Weideplätze gibt, das Futter also zu theuer ist, um viel Vieh ziehen zu können. Das Fettwerden der Kühe nach dem Schneiden ist erwiesen; sie geben dann mehr und besseres Fleisch. Die geschnittene Kuh gibt 1 1/2 Jahre lang so viel Milch als zur Zeit des Schneidens; der Unterschied beträgt jährlich 880 Liter. und die Milch enthält über 1/3 mehr Käse und Butter. Lalouette. (Moniteur industriel, 1849 Nr. 1392.)

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