Titel: Ueber die Natur der Titanwürfel in den Hohofenschlacken; von Prof. Wöhler.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1850, Band 115/Miszelle 5 (S. 75)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj115/mi115mi01_5

Ueber die Natur der Titanwürfel in den Hohofenschlacken; von Prof. Wöhler.

Bisher glaubte man, daß die kupferfarbenen Würfel von Titan, welche man häufig in den Hohofenschlacken beobachtet, metallisches Titan seyen; ich habe aber gefunden daß sie eine Verbindung von Cyantitan mit Stickstofftitan sind; sie enthalten 18 Proc. Stickstoff und 4 Proc. Kohlenstoff.

Schmilzt man diese Krystalle mit Kalihydrat, so erhält man Ammoniakgas. Erhitzt man die Würfel in trockenem Chlorgas, so erhält man flüssiges Titanchlorid und einen sehr flüchtigen Körper in schwefelgelben Krystallen, welcher eine Verbindung von Titanchlorid mit Cyanchlorid ist.

Glüht man die Würfel in einem Strom von Wasserdampf, so zersetzen sie denselben unter Entwickelung von Wasserstoffgas und Bildung von Ammoniak und von Blausäure. Die zurückbleibende Titansäure hat die Krystallform des Anatas; sie ist künstlicher Anatas.

Es gelang mir auch die würfelförmigen Krystalle der Hohofenschlacken direct darzustellen, indem ich ein Gemenge von Titansäure und Blutlaugensalz der Nickelschmelzhitze aussetzte. (Comptes rendus, Novbr. 1849, Nr. 19.)

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