Titel: Verfahren um bei jeder Witterung Versuche mit der Elektrisirmaschine anstellen zu können; von Münch.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1850, Band 115/Miszelle 4 (S. 233)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj115/mi115mi03_4

Verfahren um bei jeder Witterung Versuche mit der Elektrisirmaschine anstellen zu können; von Münch.

Dieses Verfahren besteht darin, daß man auf den beiden Seiten der Glasscheibe, vom Mittelpunkt nach der Peripherie, mit Talg einen schwachen Strich macht. Bei einer Witterung, wo mit der Maschine kaum etwas auszurichten ist, wird man dann schon nach einigen Drehungen der Scheibe Alles verändert finden, indem die Maschine vollkommen functionirt. Wenn die Glassäulen, auf welchen der Conductor ruht, nicht mit Gummilack überzogen seyn sollten, müßte man auch auf ihnen mit Talg einige Striche machen und sie hierauf mit trockener Leinwand reiben. Es ist klar, daß bei diesem Verfahren lediglich die Oberfläche des Glases durch eine kaum bemerkliche Schicht fetter Substanz von der sie umgebenden feuchten Luft getrennt wird.

Meine Beobachtung bestätigt allerdings die bekannte Thatsache, daß bei feuchter Witterung die Scheibe und die isolirenden Träger durch die Feuchtigkeit, welche sich aus der Luft auf dem Glase absetzt, leitend werden; man sucht diese Feuchtigkeit gewöhnlich mittelst eines Kohlenfeuers zu vertreiben, oder indem man jene Maschinentheile mit trockenen und warmen Zeugen reibt; nun ist der Verlust an Elektricität durch die Träger und Scheibe hinreichend erwiesen, keineswegs aber der Verlust, welchen man allgemein der mit allen Theilen der Elektrisirmaschine in directer Berührung befindlichen feuchten Luft zuschreibt, und es scheint mir noch keineswegs ausgemacht zu seyn, daß die mit Wasserdampf geschwängerte Luft an und für sich ein viel besserer Leiter als die trockene Luft ist. (Comptes rendus, Januar 1850, Nr. 3.)

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