Titel: Verfahren um Potasche aus der Runkelrüben-Melasse zu fabriciren.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1850, Band 115/Miszelle 9 (S. 237)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj115/mi115mi03_9

Verfahren um Potasche aus der Runkelrüben-Melasse zu fabriciren.

Die Melasse wird zuerst, mit Wasser verdünnt, der geistigen Gährung unterworfen und der erzeugte Alkohol überdestillirt; der Rückstand enthält die Salze, welche die Pflanze dem Boden entzog: man dampft diese Flüssigkeit in terrassenförmig angeordneten Kesseln bis zur Syrupsconsistenz, etwa 32° B. ab; dann gießt man sie in einen bereits (mit Kohks) geheizten Flammofen (wie man ihn in mehreren Fabriken zum Abdampfen der concentrirten Auflösungen von Sodasalz anwendet); die organischen Substanzen verbrennen mit Flamme und die aus dem Ofen abziehende Hitze wird noch zum Abdampfen in Kesseln benutzt, welche hinter dem Ofen angebracht sind. Der verkohlte Rückstand wird in gut schließende eisenblecherne Büchsen gebracht; nach dem Erkalten laugt man ihn mit heißem Wasser aus, läßt zum Theil das schwefelsaure Kali nebst einer kleinen Menge Chlorkalium herauskrystallisiren, und dampft dann zur Trockne ab; der Rückstand wird grob gepulvert und endlich in einem Flammofen weiß gebrannt. (Précis de Chimie industrielle par A. Payen, Paris 1849.)

Dieses Verfahren wird im französischen Nord-Departement angewandt, um Potasche für den Handel zu gewinnen; Melsens bemerkt mit Recht (polytechn. Journal Bd. CXIV S. 415), daß es zweckmäßiger wäre die Kalisalze mit der Melasse zu verfüttern, um sie dem Boden in Form von Dünger zurückzuerstatten.

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