Titel: Fliegenpulver und Fliegenlatwerge.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1850, Band 115/Miszelle 10 (S. 320)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj115/mi115mi04_10

Fliegenpulver und Fliegenlatwerge.

Das Fliegengift, der Fliegenstein oder Fliegenkobalt ist eigentlich nichts als metallisches Arsenik (mit beigemengter arseniger Säure). Da solches Gift häufig in Apotheken verlangt wird, seiner Bestandtheile wegen aber in natura nicht abgegeben werden darf, so ersann Hr. Apotheker Dubois zu Limoges ein Pulver und eine Honiglatwerge nach Art des im Jahr 1848 von der französischen Regierung als Rattengift vorgeschriebenen Arsenikteigs (polyt. Journal Bd. CX S. 311). Das Fliegenpulver besteht aus:

Arseniger Säure, fein gepulvert 50 Grammen
Weizenmehl 50
Zucker, feingepulvert 125
Kienruß; ferner: 2
Eisenvitriol, feingepulvert 6
Galläpfel deßgl. 12
Natron-Bicarbonat, deßgl. 4

Die letzten drei Ingredienzien wurden zugesetzt, weil aus dem übrigen Gemenge, es mag in Pulverform oder Teigform seyn, der Arsenik durch Wasser, Wein oder andere Flüssigkeiten ausgelaugt werden und zu Unglücksfällen Veranlassung geben kann. Das Pulver soll in vier Gramme wiegenden Paketen verkauft und mit sehr wenig Wasser auf einem Teller ausgebreitet, angewandt werden. Nimmt man statt des Zuckers Honig, so erhält man die Fliegenlatwerge, welche in Töpfen verkauft werden muß. (Journal de Pharmacie, Dec. 1849.)

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