Titel: Fensterriegel von Garnier in Paris.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1850, Band 115/Miszelle 3 (S. 315–316)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj115/mi115mi04_3

Fensterriegel von Garnier in Paris.

Auf der letzten französischen Industrieausstellung waren von Garnier in Paris, rue d'Anjou-Dauphine 18 und 20, Cremones-Verroux à double mouvement, Fensterriegel in hämmerbarem Gußeisen, Eisen und Messing mit Verzierungen in sieben verschiedenen Zeichnungen ausgestellt. Es sind diese Riegel unter der Benennung Espayonette den in Deutschland gebräuchlichen ganz ähnlich, nur vervollkommnet durch einen einfachen Mechanismus zum Schließen und Oeffnen. Man denke sich einen Riegel aus einer einfachen halbrunden Eisenstange auf dem senkrechten Rahmstück eines Fensters befestigt; zur Einleitung der Bewegung des |316| Riegels nach unten und oben ist die Stange in der Mitte durchschnitten und an jedem Theil etwa 2 Zoll lang die Hälfte weggefeilt, so daß beide an einander gelegt, wieder als eine gerade Stange erscheinen. Auf etwa ein Drittel vom Ende eines jeden dieser halben Theile wird ein Stück Eisen mit einer geraden horizontalen Rinne in winkelrechter Richtung auf die Stange angelöthet. Je nachdem die beiden aneinanderliegenden Hälften verschoben werden, stehen sich beide Rinnen in ihrer Längenrichtung gegenüber, so daß sie als eine einzige verlängerte erscheinen. Sie werden durch eine lose Eisenplatte von ovaler Form bedeckt, welche mit zwei runden Stiften an jedem Ende versehen ist, die in die Rinnen passen. Ein Griff ist in der Mitte der Platte festgenietet, der durch ein das Ganze bedeckendes, schön verziertes Gehäuse hindurch geht. Wie man ihn dreht, bewegen sich die beiden Riegel herauf und herunter. Die Einrichtung muß sich zum Fensterverschluß, mit Knopf drehbar, vorzugsweise eignen. Der Griff kann aus einem runden oder façonirten Knopf von Messing, Bronze oder Glas mit eingeschlossenen Blumen (Millefiori) bestehen. Damit die Fenster immer dicht schließen, ist der Riegel an beiden Enden kegelförmig, wodurch beim tieferen Eintritt in ihre Löcher ein dichteres Anziehen erfolgt. Es erfordert dieß auch keine vermehrte Kraft, weil die Schlußhebel des Mechanismus immer kürzer werden, während die Länge des Krafthebels dieselbe bleibt. Garnier hat noch eine weitere recht zweckmäßige Einrichtung angebracht, die einfach in einem Haken besteht, um die Fensterflügel festzustellen, wenn sie zum Lüften des Zimmers geöffnet werden. Dieser Haken aus Messing, glatt oder verziert, ist am Gehäuse des Mechanismus drehbar angebracht; im anderen Flügelrahm gegenüber befindet sich ein Stift mit schön verziertem Knopf, hinter welchem er eingehängt wird. Man könnte statt des letzteren auch auf der Stirne des Flügels ein Plättchen einlassen, um den Haken einzuhängen. Es hat diese Vorrichtung die Annehmlichkeit, daß die Fensterflügel immer feststehen und nicht vom Wind auf- und zugeschlagen werden können. (A. a. O.)

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