Titel: Ueber das Vorkommen von Silber, Blei und Kupfer im Meerwasser, und von Silber in den organischen Wesen; von Malaguti, Durocher und Sarzeaud.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1850, Band 115/Miszelle 3 (S. 394–395)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj115/mi115mi05_3

Ueber das Vorkommen von Silber, Blei und Kupfer im Meerwasser, und von Silber in den organischen Wesen; von Malaguti, Durocher und Sarzeaud.

Zu diesen Untersuchungen veranlaßte uns die von Malaguti und Durocher schon längst beobachtete Thatsache, daß das Silber in den Erzen sehr verbreitet ist; wenn z.B. in einem Bleiglanz keines vorkommt, so ist dieß bekanntlich nur eine Ausnahme; in der Blende und den Schwefel- und Kupferkiesen kömmt es sehr häufig vor. Da nun das Salzwasser mit der Zeit alle diese Substanzen in Chloride verwandelt, welche es auflöst, so vermutheten wir, daß das Meerwasser diejenigen Metalle enthalten dürfte, welche es in Form von Schwefelmetallen in den Gebirgsarten antrifft, die es bespült oder bedeckt. Um vor jeder Täuschung sicher zu seyn, wurden die Reagentien und Gefäße, deren wir uns bedienten auf ihre Reinheit strengstens geprüft.

Durch zwei verschiedene Verfahrungsweisen überzeugten wir uns von dem Vorhandenseyn von Silber im Wasser des Oceans, welches einige Meilen von der Küste von San Malo geschöpft wurde, und die Richtigkeit unserer Resultate erprobten wir durch Aufsuchen dieses Metalls in den Fucusarten, welche in derselben Gegend wachsen; am meisten Silber kommt im F. serratus und ceramoïdes vor; ihre Asche enthält wenigs 1/100,000, während das Meerwasser nur etwas über 1/100,000,000 Silber enthält.

Ist nun aber das Meerwasser silberhaltig, so müssen das Seesalz und die aus demselben bereiteten Salze wie die Soda es ebenfalls seyn, was unsere Versuche bestätigten. Ob nun diese Erscheinung Folge eines konstanten Gesetzes oder zusammenwirkender wechselnder Ursachen sey, glaubten wir durch Untersuchung des lothringischen Steinsalzes zu ergründen, welches höchst wahrscheinlich die alten Meere repräsentirt. Auch in diesem haben wir Silber gefunden; das Vorkommen dieses Metalls im Meerwasser muß also auf einem konstanten Gesetz beruhen.

Es fragte sich nun, ob die Landgewächse wohl durch ihre Wurzeln das Silber, welches ihnen das unterirdische Wasser darbieten kann, zu assimiliren vermögen. Dieses durch mehrere Salze, namentlich Chloride, mineralisirte Wasser könnte die Schwefelmetalle, womit es auf seinem Wege in Berührung kommt, auflösen und dadurch silberhaltig werden. Die Untersuchung der Asche eines Gemenges verschiedener Holzarten ließ uns über die Gegenwart von Silber in den Pflanzengeweben |395| keinen Zweifel übrig. Nun gingen wir auf das Vorkommen des Silbers in der thierischen Oekonomie über und glauben dasselbe durch Versuche mit großen Mengen Rindsbluts erwiesen zu haben.

Endlich fragte es sich noch, ob die Pflanzenerzeugnisse einer ältern Zeit ebenfalls Silber enthalten, dessen große Verbreitung in diesem Falle von jeder zufälligen oder der neueren Welt angehörigen Ursache unabhängig wäre. Wir untersuchten daher die Asche der Steinkohle, müssen aber gestehen, daß uns die Gegenwart des Silbers in derselben nicht so erwiesen zu seyn schien, wie in der Asche der neueren Pflanzen.

Nach mehreren vergeblichen Versuchen verzichteten wir auf das directe Auffinden von Blei und Kupfer im Meerwasser, überzeugten uns aber von ihrem Vorhandenseyn in demselben durch die Untersuchung mehrerer Fucusarten. Wir fanden in deren Asche 18/1,000,000 Blei und etwas Kupfer. (Comptes rendus, Decbr. 1849, Nr. 26.)

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