Titel: Verfahren das Silber bei der galvanischen Versilberung glänzend abzulagern; von St. B. Smith.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1850, Band 115/Miszelle 6 (S. 395–396)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj115/mi115mi05_6
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Verfahren das Silber bei der galvanischen Versilberung glänzend abzulagern; von St. B. Smith.

Stanhope Smith in Birmingham ließ sich am 7. Junius 1849 zu diesem Zweck folgendes Verfahren patentiren.

Er benutzt zur galvanischen Versilberung eine Auflösung von Schwefelcyankalium oder -Natrium, welche mit Schwefelcyansilber beinahe gesättigt ist. Behufs einer glänzenden Versilberung versetzt er diese Auflösung – oder die gewöhnliche Cyansilber-Lösung – mit einer der folgenden Substanzen:

1) Selenkohlenstoff, welchen man erhält, wenn man Selendampf durch glühende Kohle leitet; das übergehende dampfförmige Product condensirt man in einer Auflösung von Cyankalium oder irgend einer zur galvanischen Versilberung geeigneten Silbersolution, welche man dann in verschlossenen Flaschen zum Gebrauch aufbewahrt;

2) Jod (in Alkohol oder Cyankalium etc. aufgelöst);

3) Jodstickstoff (in Cyankalium aufgelöst);

4) Schießbaumwolle (durch Erwärmen in einer Auflösung von Cyankalium oder Aetznatron aufgelöst);

5) einem sogenannten Schwefelsalze; man löst das Schwefelsalz in einer Lösung von Cyankalium auf, versetzt eine Portion der Silbersolution mit einer verhältnißmäßig kleinen Menge dieser Flüssigkeit, gießt die klare Mischung von dem etwa entstandenen Niederschlag ab und setzt dieselbe dann der anzuwendenden Silbersolution zu. Von den Schwefelsalzen kann man z.B. benutzen: Arsenikschwefelsalze, Antimon- und Zinnschwefelsalze;

6) Schwefelbalsam, in einer Mischung von Weingeist und Aetzkali aufgelöst;

7) Kreosot, in Weingeist und Aetzkali aufgelöst;

8) Zeise's Xanthaten (Doppelsalze von Aethyloxyd und anderen Sauerstoffbasen mit Schwefelkohlenstoff); am besten eignet sich Kali-Xanthat;

9) der Verbindung von Kohlensulfid mit Methyloxyd;

10) verschiedenen Säuren. z.B. Chloracetylsäure, Blausäure, Schwefelblausäure, Weinsteinsäure, Weinschwefelsäure (diese werden in Wasser oder Weingeist aufgelöst, ehe man sie der Silbersolution zusetzt);

11) Cyan (verdichtet oder aufgelöst in Wasser, Weingeist, Cyankalium-Lösung oder der anzuwendenden Silbersolution);

12) schwefliger Säure (allein oder mit einem der erwähnten Schwefelsalze verbunden).

Man muß durch vorläufige Versuche ermitteln, wieviel von den erwähnten Substanzen erforderlich ist, um der Silbersolution die Eigenschaft zu ertheilen, bei ihrer Zersetzung durch den galvanischen Strom das Metall glänzend (anstatt matt oder in körnigem Zustande) abzulagern. Zu diesem Zweck muß man auch die Silbersolution verdünnter als gewöhnlich anwenden. (Repertory of Patent-Inventions) Januar 1850, S. 117.)

Der Patentträger scheint die Absicht gehabt zu haben, sich das ausschließliche Recht zur Anwendung aller derjenigen Substanzen zu verschaffen, welche bei der galvanischen Versilberung die Ablagerung des Metalls im glänzenden Zustande begünstigen können. Elkington hat bekanntlich die interessante Beobachtung gemacht, daß der Schwefelkohlenstoff, welcher bereits Handelsartikel und Wohlfell im Großen darzustellen ist, der Silbersolution die Eigenschaft ertheilt das Silber vollkommen glänzend niederzuschlagen (polytechn. Journal Bd. CXIV S. 234); es wird daher Niemand einfallen anstatt des Schwefelkohlenstoffs die entsprechende Verbindung des seltenen und kostspieligen Selens zu diesem Zweck anzuwenden; da der Selenkohlenstoff bis jetzt von keinem Chemiker dargestellt wurde, der Patentträger dessen Eigenschaften auch nicht beschreibt, so muß er überdieß als problematischer Körper betrachtet werden. Δ.

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