Titel: Ueber die Anwendung der Galvanoplastik zur Anfertigung von Kupferplatten für Kupferstecher; von A. Knoblauch.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1850, Band 115/Miszelle 7 (S. 396–397)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj115/mi115mi05_7
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Ueber die Anwendung der Galvanoplastik zur Anfertigung von Kupferplatten für Kupferstecher; von A. Knoblauch.

Gewiß hat jeder Kupferstecher und Kupferdrucker mehr oder weniger mit der Unvollkommenheit der auf gewöhnlichem Wege durch Kupferschmiede angefertigten Platten zu kämpfen gehabt. Diese Unvollkommenheiten haben hauptsächlich ihren Grund in der Unreinigkeit des Kupfers selbst (dem Aschigseyn) und in dem schlechten Schleifen der Platten. Beide angeführten Uebelstände sind auch zum Theil die Ursache, warum viele gestochene Kupferplatten nur eine geringe oder weniger gute Anzahl von Abdrücken zulassen, indem der Drucker die Platten mehr wischen muß und dabei dieselben zu sehr angreift (abreibt).

Auf dem galvanischen Wege kann man nach der jetzt allgemein bekannten Methode Platten erzeugen, welche die vollkommenste Oberfläche haben und hat dazu nur das einmalige saubere Schleifen und Poliren einer Originalkupferplatte zu besorgen Verfährt man im Anfange der Operation des Niederschlages recht vorsichtig langsam, so gewinnt man eine sehr feste Schicht, auf welcher man arbeitet. Die späteren Lagen kann man schneller niederschlagen. Ich habe die Erfahrung gemacht, daß solche Platten sich außerordentlich schön ätzen und mit dem Grabstichel gut behandeln lassen. Von Aschigseyn und von Schleifrissen findet man natürlich keine Spur.

Diese Platten eignen sich vorzugsweise zum Trockenwischen, indem sie, je länger gedruckt, eine immer schönere Oberfläche erhalten.

Der Selbstkostenpreis stellt sich auf ungefähr 5 Silbergroschen für den Quadratzoll; die größere oder geringere Stärke der Platte bedingt vorzüglich den Preis. Hält man die Platten sehr dünn, so sind sie durch Hintergießen von Blei oder einem ähnlichen Metalle zu verstärken. Das galvanische Kupfer hat einen noch einmal so großen Werth als gewöhnliches Kupfer; daher sind alte galvanische Platten sehr gut zu verwerthen. (Verhandl. des Gewerbe-Vereins für Preußen.)

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