Titel: Mittel gegen das Schlagen der Pferde.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1850, Band 115/Miszelle 12 (S. 468)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj115/mi115mi06_12

Mittel gegen das Schlagen der Pferde.

Im Besitze einer Stute, welche so heftig schlug, daß Thür und Stall mehreremal zernichtet wurden und die Hinterfüße des Pferdes anschwollen, habe ich folgendes Mittel dagegen gebraucht.

Ich ließ einen mit Stroh ausgestopften Sack einen Schritt hinter das Pferd an zwei Stricke aufhängen. Die Stute, sich allein glaubend, schlug sogleich heftig dagegen, der Sack gab nach, flog zurück, kehrte aber wieder und schwenkte nach dem Pferde zu, dasselbe in dem Augenblicke berührend, als dieses sich sammelte, um von neuem loszuschlagen. Die Folge davon war ein heftiges Zusammenschrecken, ein Horchen, ob eine neue Berührung vom Sacke käme, und als dieses nicht geschah – ein mit Heftigkeit und Erbitterung ausgeführter zweiter Schlag. Das Ergebniß war fast dasselbe Zusammenfahren, Horchen, Schlagen – aber nicht heftig, sondern bedächtig, fast ein Berühren des Sackes. Dieser ging leiser zurück, kam leiser wieder, berührte aber doch das Pferd, was demselben eben so unerwartet wie unangenehm schien. Nach kurzer Zeit war diese Unart abgewöhnt; die Stute hat seither nicht wieder geschlagen, hat wieder dünne Beine und befindet sich sehr wohl. (Zeitschrift des landwirthschaftl. Vereins für Rheinpreußen.)

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