Titel: Ueber ein Mittel, Kupfervitriollösungen während der Dauer des galvanischen Niederschlags fortwährend gesättigt zu erhalten; von D. Philipp.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1850, Band 115/Miszelle 5 (S. 465–466)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj115/mi115mi06_5

Ueber ein Mittel, Kupfervitriollösungen während der Dauer des galvanischen Niederschlags fortwährend gesättigt zu erhalten; von D. Philipp.

Die Hauptbedingung eines guten Kupferniederschlags ist eine möglichst gesättigte Kupfervitriollösung. Bis jetzt suchte man die Lösung während der Dauer des Riederschlagens dadurch gesättigt zu erhalten, daß man Beutel mit Kupfervitriol in die Gefäße hineinhing und zwar möglichst nahe der Oberfläche. Dieses unvollkommene Mittel wurde nun einmal empfohlen und es fiel Niemanden ein, an ein einfacheres zu denken, um obigen Zweck vollständig zu erreichen.

Durch das Ausscheiden des Kupfers bei der Operation wird Schwefelsäure und Wasser frei, letzteres löst nur den Kupfervitriol auf, und je länger man arbeitet, desto mehr freie Schwefelsäure enthält die Lösung. Bei Arbeiten im Kleinen ist dieser Uebelstand gar nicht merklich; denn ein wenig Säure schadet nichts und die Lösung kann leicht durch eine andere frische ersetzt werden, wenn man glaubt, daß sie nicht mehr gut genug ist; anders ist es aber, wo im Großen operirt wird, wenn der Kupfervitriol centnerweise aufgelöst sich in einem Behälter befindet und wenn der Niederschlag viele Monate hindurch fortgesetzt wird. Hier müssen nun von Zeit zu Zeit Massen von Kreide zugesetzt werden, um die überhand nehmende Säure abzustumpfen; daß eine derartige Lösung oft schlechte Resultate geben kann, ist wohl erklärlich.

Ein einfaches Mittel, die Lösung immer gesättigt erhalten zu können, ist nun das kohlensaure Kupferoxyd (Bremerblau). Es freut mich, der erste zu seyn, dieses so nahe liegende, billige und einfache Mittel für die Anwendung auch im Großen empfehlen zu können, im Kleinen habe ich es längst erprobt; die Wirkungsweise ist die, daß in dem Maaße, in welchem Schwefelsäure und Wasser frei werden, sich Kupferoxyd auflöst und Kohlensäure entweicht.

Das Präparat ist leicht herzustellen durch Fällen von Kupfervitriollösung mit kohlensaurem Natron (Soda). Das Nebenproduct, das schwefelsaure Natron kann, wenn es nicht als solches verwerthet werden kann, als Erregungsflüssigkeit für die Zinkzelle benutzt werden. Es wären überhaupt nur die Kosten des nöthigen kohlensaure |466| Natrons, welche dieses Mittel theurer machen als den sonst zur Sättigung gebrauchten Kupfervitriol; aber die Vortheile, welche das kohlensaure Kupferoxyd darbietet, werden Wohl die geringen Kosten der sehr billigen Soda überwiegen.

Bei der Anwendung im Kleinen ließ ich immer ganze Stücke des Präparats (nicht zerkleinert) auf dem Boden in der Lösung liegen, bis sie aufgezehrt waren und durch neue ersetzt werden mußten; ob im Großen auch Beutel nöthig seyn werden, muß die Erfahrung lehren.

Hr. Winkelmann, der zeitige Director des königl. galvanoplastischen Instituts, wird Versuche im Großen anstellen, und ich behalte mir vor, über den Ausfall derselben später zu berichten. (Berliner Gewerbe-, Industrie- und Handelsblatt, 1850, Nr. 13.)

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