Titel: Legal's Werkzeug zum Einnieten der Röhren in die Dampfkesselplatten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1850, Band 116, Nr. XIX. (S. 91–93)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj116/ar116019

XIX. Werkzeug um die Röhren in die Platten der Dampfkessel einzunieten, von Hrn. Legal in Nantes.

Aus dem Bulletin de la Société d'Encouragement, Jan. 1850, S. 37.

Mit Abbildungen auf Tab. I I.

Wer mit dem Einnieten der Röhren in die Stirnplatten ohne Anwendung von Ringen zu thun hatte, kennt die Schwierigkeiten dieser Arbeit, welche sehr schnell ausgeführt werden muß, weil die Röhrenenden in warmem Zustande vernietet werden müssen. Durch die Schläge mit den Niethämmern und die dadurch erzeugten Schwingungen werden häufig die vorhergehenden Röhren wieder lose, durch fortgesetztes Hämmern nach dem Erkalten der Röhren diese selbst leicht beschädigt etc. Durch das von Hrn. Legal erfundene Werkzeug werden alle bisherigen Schwierigkeiten leicht beseitigt, daher man auch der Nothwendigkeit überhoben ist auf Dampfbooten geschickte Arbeiter an Bord zu haben, oder in einen Hafen einzulaufen wenn die Röhren schlecht oder verstopft sind.

Die Röhren werden auf die gehörige Länge abgeschnitten, wie für die gewöhnliche Operation vorgerichtet, an beiden Enden in einem Schmiedfeuer mit Holzkohlen erwärmt, und so durch die Platten gesteckt, daß sie über jede derselben um einige Millimeter vorstehen; in jedes Ende wird dann das neue Instrument eingeführt, und durch die Wirkung eines starken Schlüssels, welcher auf den sechseckigen Theil der Schraube aufgesteckt wird, wird dann die Röhre langsam aufgeweitet, |92| bis sie die Oeffnung, worin sie steckt, vollkommen ausfüllt. Dieß geschieht ohne alle Erschütterung der vorhergehenden Röhren, da kein Schlag nöthig ist. Ist der expandirbare Röhrendorn wieder herausgenommen, so braucht man nur noch mit einem leichten Hammer den äußeren, vorstehenden Rand der Röhren umzubiegen, um die Vernietung vollständig zu machen, was ohnedieß schon größtentheils durch die innere Wulst geschehen ist.

Erklärung der Abbildungen.

Fig. 17 Längendurchschnitt des vollständigen expandirbaren Röhrendorns (Serre tubes) mit allen seinen Theilen, wie derselbe in der in der Platte einzunietenden Röhre liegt.

Fig. 18 conische Schraube mit scharfem Gewinde, welche dazu dient, die Röhre aufzuweiten und in die Bohrung der Platte festzudrücken.

Fig. 19 äußere Ansicht der Mutter, in welche die vorhergehende Schraube eintritt.

Fig. 20, dieselbe in der Richtung der Achse gesehen.

Fig. 21 Längendurchschnitt derselben.

Fig. 22 und 23 zwei Ansichten der runden Platte, welche den Boden der Mutter bildet; sie hat in der Mitte eine runde und ringsum sechs ovale Oeffnungen.

In allen Ansichten bezeichnen dieselben Buchstaben denselben Gegenstand.

A Röhre, B Stirnplatte des Kessels, in welche die Röhre eingenietet ist. C conische Schraube, auf deren sechseckigen Kopf D ein starker Schlüssel paßt, um dieselbe drehen zu können. Die Verlängerung E dient um die Schraube in der Mutter F zu führen, welche aus mehreren beweglichen Stücken zusammengesetzt ist, um sich in dem Maaße ausdehnen zu können, in welchem es die eindringende Schraube verlangt. Diese einzelnen Stücke oder Sectoren sind durch die Platte G mit einander verbunden, welche sechs ovale Oeffnungen hat, durch die ebenso viele Schrauben a, a gehen, welche ihr Gewinde in den Muttersectoren haben.

Aus dieser Anordnung geht hervor, daß in dem Maaße als die Schraube C eingeschraubt wird, sich die Mutter erweitert, was nicht geschehen könnte, wenn die Löcher für die Schrauben a, a nicht oval wären. b, b Wulst auf der Mutter, welche die Erweiterung c, c an |93| der Röhre hervorbringt, die in Verbindung mit dem Rande d, d und dem Drucke der Mutter von innen nach außen die Röhre in der Kesselplatte vollkommen dicht befestigt.

Zusatz.

Statt der conischen Schraube, deren Gewinde nur in einer Lage genau in die Mutter passen kann, möchte es besser seyn, einen glatten Conus anzuwenden, welcher an das Ende eines mit Gewinde versehenen Cylinders angedreht ist. Die beweglichen Sectoren würden dann innen ebenfalls glatt seyn, und an eine cylindrische Röhre angehängt seyn müssen, in welcher sich die Mutter für die cylindrische Schraube befindet. Die cylindrische Hülse der Mutter würde auf diese Weise gleich einen passenden Handgriff zum bequemen Halten des Werkzeuges abgeben.

Wollte man dieß nicht, so könnte der dickere Theil des Conus in der Röhre, dagegen der Stiel E nach außen liegen, und würde nun ein Gewinde auf diesen cylindrischen Stiel geschnitten und auf die Stirnfläche der Sectoren eine Platte gelegt, auf welche die Mutter des Stieles zu liegen käme, so würde man nur diese Mutter zu drehen haben, um den Conus (ohne daß sich derselbe dreht) in die Sectoren hineinzupressen und so die gewünschte Aufweitung der Röhre zu bekommen.

Walther.

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