Titel: Rohlfs' und Cail's Centrifugalapparat zum Reinigen und Formen des Zuckers.
Autor: Rohlfs, J. C.
Cail, Jean François
Fundstelle: 1850, Band 116, Nr. LXXIV. (S. 382–384)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj116/ar116074

LXXIV. Centrifugalapparat zum Reinigen und Formen des Zuckers; von J. C. Rohlfs und J. F. Cail.

Aus dem Technologiste, Mai 1850, S. 418.

Mit Abbildungen auf Tab. V.

Dieser Apparat zum Reinigen und Formen des Zuckers52) ist dem sogenannten Hydro-extractor nachgebildet, womit man in den Färbereien und Druckereien aus den Geweben das Wasser mittelst Centrifugalkraft austreibt.

Fig. 10 ist ein senkrechter Durchschnitt des Apparats und Fig. 11 der Grundriß desselben.

B¹ ist ein cylindrischer Behälter, oben offen und unten geschlossen, in welchen man das verkochte Klärsel einlaufen läßt; b⁴, b⁴ sind Mundstücke an den Seiten dieses Behälters, welche auf Oeffnungen derselben befestigt und dazu bestimmt sind, eine Reihe rings um den Behälter angebrachter conischer Zuckerformen D, D an deren schmalen Enden zu halten, während sich die breiten Enden dieser Formen außerhalb des Behälters befinden. Der Behälter dreht sich unten in einer Pfanne B² und oben in einem Lager B³.

C, C ist eine Trommel, welche oben und unten an dem Körper des Behälters B¹ befestigt und mit Oeffnungen C¹, C¹ versehen ist, in welchen die großen Enden der Formen ruhen. Diese Oeffnungen C¹, C¹ sind am |383| oberen Theil etwas weiter gemacht, damit man die Formen leicht hineinstecken und der Vorsprung D³ in einen der Ringe E fallen kann.

E, E ist eine Reihe Ringe von Tförmigem Eisen, welche durch Träger E¹, E¹, die an der Trommel befestigt sind, an ihren Stellen erhalten werden; jeder Ring hält eine Reihe von Formen D, D fest und verhindert dieselben sich auswärts zu bewegen. Diese Formen D haben an ihren breiteren Enden zwei Böden (Deckel), einen äußeren und einen inneren. Der äußere Boden D¹ ist massiv und verschließt die Oeffnung am Ende der Form gänzlich, wenn man ihn an den inneren Boden D² mit Muttern D⁴, D⁴ schraubt. Der innere Boden besteht aus einem metallenen Rahmen, welcher mit Drahttuch überzogen ist und paßt in eine Vertiefung in den Formen D, D; er ist mit einem vorspringenden runden Metallstück D³ versehen, welches durch den äußeren Boden D¹ geht und den Ring E erreicht, welcher ihn dicht auf der Form hält.

Das ganze Gestell dieses Apparats besteht in einem Boden F, F von der aus der Abbildung ersichtlichen Gestalt, auf welchen ein starker Rahmen F¹ geschroben ist, der das Lager B³ trägt; und aus zwei beweglichen Eisenblechen F³, F³, welche in Vertiefungen (Nuthen) des Bodens F angebracht sind und nebst dem Rahmen F¹ das den Apparat einschließende Gehäuse bilden.

C¹ ist eine mit Differentialkegeln verbundene Rolle, welche während der Arbeit die Geschwindigkeit der Maschine allmählich erhöht. G¹ ist ein Rohr um den krystallisirten Zucker in die Maschine zu führen, und F¹ ein Rohr, durch welches die aus den Formen geschleuderte reinigende Flüssigkeit weggeführt wird.

Die Maschine wird auf folgende Weise behandelt. Nachdem die Formen D, D und das Gehäuse F¹, F¹ an ihre Stelle gebracht und die Böden D¹, D¹ dicht aufgeschraubt sind, bringt man den Zucker, in geeignetem Zustand, durch das Rohr G¹ in den Behälter B¹. Setzt man nun die Maschine in Bewegung, so wird der Zucker durch Centrifugalkraft in die Formen getrieben. Man sorgt dafür, daß sich die Maschine langsam bewegt bis sich die Masse gesetzt hat. Nun macht man die Böden D¹, D¹ durch Drehen der Muttern D⁴ lose, um die aus den Formen getriebene Flüssigkeit ablaufen zu lassen. Hierauf ertheilt man dem Apparat eine der Beschaffenheit des zu reinigenden Zuckers angemessene Geschwindigkeit und sobald der im Zucker enthaltene Syrup herausgezogen ist, gießt man eine hinreichende Menge der zum Reinigen dienenden Flüssigkeit in den Behälter B¹, welche sich durch die Centrifugalkraft in den Formen gleichförmig vertheilt und durch den Zucker dringt. |384| Letztere Operation wiederholt man bis der Zucker hinreichend gereinigt ist; alsdann nimmt man die Formen weg und den Zucker heraus.

Anstatt den Zucker durch die Centrifugalkraft der Maschine zu formen und zu reinigen, kann man ihm zuerst in den Formen die Gestalt von Broden geben und dann zur Reinigung in den Apparat bringen.

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Er wurde am 16. August 1842 in England für Hrn. Brooman patentirt, welcher die Beschreibung desselben erst am 16. Februar 1850 im Patent-Office einreichte und im Mechanics' Magazine Nr. 1385 veröffentlichte.

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