Titel: Cocksey's Maschine zum Waschen von Baumwollenzeugen etc.
Autor: Cocksey, Thomas
Nightingale, James
Fundstelle: 1850, Band 116, Nr. LXXVI. (S. 389–391)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj116/ar116076

LXXVI. Maschine zum Waschen von Baumwollenzeugen und andern Fabricaten, welche sich Thomas Cocksey, Mechaniker, und James Nightingale, Bleicher, beide zu Little Bolton in Lancashire, am 16. April 1849 patentiren ließen.

Aus dem London Journal of arts, Febr. 1850, S. 32.

Mit Abbildungen auf Tab. V.

Diese Maschine besteht im Wesentlichen in einer Reihe von Schlägern (beaters), welche in einem Wassertrog so rotiren, daß der zu waschende Zeug von dem einen Schläger in das Wasser abwärts sich bewegt, und darauf zu dem folgenden Schläger in die Höhe steigt. In den Räumen zwischen den Schlägern sind winkelige Führer angeordnet, |390| welche dazu dienen, den Zeug in dem Wasser hin und her zu bewegen. Jeder Schläger ist mit vier Winkeln versehen, damit er den Zeug viermal während einer Umdrehung schlage, wiewohl die Anzahl der Winkel oder schlagenden Flächen abgeändert werden kann. Die Zuführung und Entfernung des Wassers ist so angeordnet, daß der Zeug das Wasser an derjenigen Stelle verläßt, wo die Wasserzuführung stattfindet, so daß er an dieser Stelle der Einwirkung des reineren Wassers ausgesetzt ist. Um Fabricate von verschiedener Dicke mit dieser Maschine waschen zu können, setzt man die Schläger mittelst Frictionskuppelungen in Bewegung, damit ihre Geschwindigkeit vermindert werden könne, wenn der Maschine schwächere Zeuge übergeben werden.

Fig. 19 stellt diese Waschmaschine im Seitenaufriß, Fig. 20 im Längendurchschnitte dar. a ist der Trog, in welchen das Wasser beständig durch die Röhre b ein- und durch die Röhre c ausfließt; d, e, f, g sind die Schläger. Letztere werden durch die an ihren Achsen befestigten Winkelräder h, welche mit andern an der Welle j befestigten Winkelrädern i in Eingriff stehen, in Rotation gesetzt. Die Welle j erhält ihre Bewegung vermittelst des Winkelgetriebes k von einem Rade l, und dieses ist an der Achse einer der Preßwalzen m befestigt, welche durch eine Dampfmaschine oder sonstige Triebkraft in Bewegung gesetzt wird. Die Winkelräder i sind nicht an die Achse j befestigt, sondern mit ihr durch Kuppelungen verbunden, deren jede aus Frictionsbändern besteht, welche eine an dem Rad angebrachte Büchse umfassen. Indem man nun die Bänder dicht aufschraubt, treten die Räder in feste Verbindung mit der Welle; zieht man sie aber weniger dicht an, so findet ein gewisses Gleiten statt. Die von den Patentträgern gewählte Anordnung ist von der Art, daß wenn die Winkelräder i an die Welle j befestigt werden, die Schläger mit einer Geschwindigkeit rotiren, welche dreimal so groß ist als diejenige, womit sich der Zeug durch die Maschine bewegt. Diese Geschwindigkeit der Schläger erleidet eine Verminderung, wenn die Reibung zwischen den Theilen der Kuppelungsbüchsen vermindert wird. n ist ein belasteter Hebel, welcher dazu dient, die Walzen m gegen einander zu pressen; er ist zu diesem Zweck durch eine Stange o mit dem Hebel p verbunden, welcher auf das Lager der oberen Walze m drückt. r, s, t, u bezeichnet die winkeligen Führer.

Der zu waschende Zeug tritt an demjenigen Ende wo die Röhre c befestigt ist, in den Trog a, steigt, nachdem er die erste schmale Walze v passirt hat, in die Höhe und läuft über den ersten Führer r. Von da geht er abwärts unter der zweiten Walze v hinweg und von da wieder |391| aufwärts über den ersten Schläger d. Von diesem Schläger geht das Fabricat abwärts unter die dritte Walze v, dann aufwärts nach dem zweiten Träger und so fort, bis es bei den Preßwalzen m ankommt. Nachdem der Zeug zwischen diesen hindurchgegangen, wird er über die Haspel q geleitet. Außer dieser fortschreitenden Bewegung erhält der Zeug durch die Führer r, s, t, u noch eine hin- und hergehende Bewegung im Wasser.

Die beschriebene Maschine kann bei allen Operationen des Bleichens und Färbens der Zeuge angewendet werden, wo die Stoffe eine Flüssigkeit passiren müssen; man bringt dann anstatt Wasser die geeignete Flüssigkeit in den Trog a, von welcher in diesem Falle ein beständiges Zu- und Abfließen nicht nothwendig ist.

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