Titel: Versuche mit im sphäroidischen Zustand befindlichen Flüssigkeiten, von Légal.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1850, Band 116/Miszelle 3 (S. 78)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj116/mi116mi01_3

Versuche mit im sphäroidischen Zustand befindlichen Flüssigkeiten, von Légal.

Man weiß durch Boutigny's Untersuchungen daß die Temperatur einer Flüssigkeit im sphäroidischen Zustand immer niedriger ist als ihr Siedepunkt, daß folglich eine Flüssigkeit leicht in den sphäroidischen Zustand versetzt werden kann, indem man sie auf die Oberfläche einer andern, ihrem Siedepunkt nahen Flüssigkeit gießt, vorausgesetzt, daß das Sieden der letztern bei einer beträchtlich höhern Temperatur stattfindet; daraus folgt, daß Aether durch kochendes Wasser in sphäroidischen Zustand versetzt werden muß, was auch, wie folgende Versuche zeigen, wirklich der Fall ist.

A. Ich brachte in einem Gefäße von Weißblech Wasser zum Sieden; als es sott, nahm ich es vom Feuer und ließ sogleich mittelst eines Tropfhebers einige Tropfen Aethers darauf fallen; dieselben gingen alsbald in den sphäroidischen Zustand über und verflüchtigten sich äußerst langsam und ohne aufzuwallen.

B. Dieser Versuch führte mich direct auf einen andern. Da nämlich der auf siedendes Wasser gegossene Aether in den sphäroidischen Zustand überging, so schloß ich, daß ich meine Hand, wenn ich sie vorher mit Aether benetzte, in das siedende Wasser müsse eintauchen können. Dem entsprach der Erfolg. Nachdem ich meine Hand vorher in ein Gefäß mit Aether getaucht hatte, tauchte ich sie sogleich in das Gefäß mit Wasser in dem Augenblick, wo dieses, vom Feuer genommen, nicht mehr wallte. Ich führte die Hand im Gefäße herum und empfand dabei gar kein Gefühl von Wärme.

C. Ich brachte das Gefäß wieder auf das Feuer und tauchte meine Hand in dem Augenblick auf dieselbe Art hinein, wo es am stärksten kochte; der Erfolg war derselbe.

D. In dasselbe Gefäß mit kochendem Wasser tauchte ich dann den trocknen Finger ohne ihn vorher mit Aether zu benetzen, und trotz der raschen Bewegung hatte dieß eine freilich nur sehr leichte Verbrennung zur Folge.

E. Endlich tauchte ich den im Munde mit Speichel benetzten Finger in dasselbe Gefäß; trotz der raschen Bewegung empfand ich aber starke Hitze. (Comptes rendus, Februar 1850, Nr. 7.)

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