Titel: Bewährtes Mittel zur Wiederherstellung beim Härten verbrannter Stahlwerkzeuge.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1850, Band 116/Miszelle 2 (S. 243–244)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj116/mi116mi03_2

Bewährtes Mittel zur Wiederherstellung beim Härten verbrannter Stahlwerkzeuge.

Das „Bayerische Kunst- und Gewerbeblatt“ (Jahrg. 1847, S. 281) und das „Polytechnische Centralblatt“ (Jahrg. 1847, S. 1360) enthalten das Recept einer Mischung, durch welche man kleineren Gegenständen aus Stahl, welche durch zu starke Erhitzung ihr feines Korn verloren hatten, oder wie man zu sagen pflegt, verbrannt waren, ihre vorige Güte wiedergeben und solche vollkommen restauriren kann, wenn man sie in rothglühendem Zustande in die Masse taucht, darin ziemlich erkalten läßt, und hernach in gewöhnlicher Weise nochmals härtet.

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Bei der großen Wichtigkeit, welche dieses Mittel, wenn es sich bewährt, für alle diejenigen Gewerbtreibenden, welche schneidender Stahlwerfzeuge bedürfen, haben muß, hielt es die unterzeichnete technische Deputation für angemessen, durch einige sachkundige Mitglieder praktische Versuche damit anstellen zu lassen. Die Resultate dieser Versuche liegen jetzt vor, und sind vollkommen befriedigend ausgefallen.

Es hält sich daher die unterzeichnete Deputation für verpflichtet, auf dieses nützliche Mittel hier nochmals aufmerksam zu machen.

Dasselbe besteht, den angegebenen Quellen zufolge, aus einer Mischung von 1 Pfd. Talg und 1/4 Pfd. schwarzem Pech, welche geschmolzen und unter welche flüssige Masse 3/4 Pfd. Salmiak, 1/4 Pfd. Blutlaugensalz, 3 Loth schwarzer Pfeffer, 2 Loth Seife und eine Handvoll Kochsalz, sämmtlich in feingepulvertem Zustande, gerührt werden.

Zu bemerken ist hierbei, daß bei verbrannten starken Gegenständen aus Stahl das Erwärmen und Eintauchen derselben in diese Masse mehreremale wiederholt werden muß, wenn die nützliche Einwirkung der in Rede stehenden Mischung sich nicht bloß auf die Oberfläche des Stahles erstrecken soll.

Die mit den erwähnten Versuchen beschäftigten Mitglieder der unterzeichneten Deputation haben aus Veranlassung einer Notiz des „Polytechnischen Centralblattes“ (Jahrg. 1847, S. 1359) hierbei zu gleichem Zwecke auch eine Mischung von 10 Pfd. Harz. 5 Pfd. Fischthran, 2 Pfd. Talg und 8 Loth Assa foetida probirt und diese ebenfalls, bei gleicher Anwendung wie die zuerst beschriebene, als vollkommen zweckentsprechend befunden.

Bei Vergleichung mit dem älteren, schon länger bekannten Verfahren, wobei die verbrannten Stahlgegenstände in Wasser nochmals abgeschmiedet werden, behielt das Eintauchen in eine der beschriebenen Mischungen insofern den Vorzug, als die Schneide der auf letztere Art behandelten Werkzeuge besser stand als die der naß abgeschmiedeten.

Ueberdieß hat das Abschmieden im Wasser den Nachtheil, daß dabei immer die Dimensionen der betreffenden Stahlstücke wesentlich verändert werden, was beim Eintauchen in eine der angegebenen Mischungen keineswegs der Fall ist.

Chemnitz, den 14. December 1849.

Die technische Deputation. Der Handwerker-Verein.
Prof. Dr. Schnedermann. Wilhelm Mathes, Vorsitzender.
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