Titel: Die Goldberger'sche Rheumatismuskette.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1850, Band 116/Miszelle 3 (S. 244–245)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj116/mi116mi03_3

Die Goldberger'sche Rheumatismuskette.

Die fortwährend sich erneuernden Anpreisungen der von Goldberger fabricirten sogenannten Rheumatismusketten, machen es zur Pflicht vor einer Prellerei zu warnen, an welcher sich Alle, namentlich die Aerzte, betheiligen, welche Hrn. Goldberger empfehlende Zeugnisse ausstellen, es sey denn, daß sie selbst zu den Unwissenden und Betrogenen gehören.

Allerdings werden an der blanken Berührungsstelle zweier Metalle, also z.B. von Kupfer und Zink, die entgegengesetzten Elektricitäten entbunden, welche, wenn die Metalle mit der feuchten Haut in Berührung gebracht werden, durch dieselbe strömen, indem sie ihre Wiedervereinigung suchen. – Ist dieser Strom zwischen je zwei Gliedern der Goldberger 'schen Kette gleich anfangs so schwach, daß nur ein Arzt, dem Charlatanerie nicht fremd ist, eine heilkräftige Wirkung desselben versprechen kann, so muß jeder Strom ganz verschwinden, wenn die Metalle, wie dieß bei der Goldberger 'schen Kette alsbald geschieht, sich mit Oxyd überziehen. Der elektrische Strom circulirt nicht ohne eine gleichzeitige Oxydation des Zinks, und die Kette müßte sehr bald auseinanderfalten, wenn eine nur irgend merkliche Strömung der Elektricität fortdauerte.

Daß bei der fortlaufenden Berührung von Metall mit Metall ein Apparat, welcher den Namen einer elektrischen Kette verdient, nicht vorhanden ist, weiß Jeder, welcher nur die ersten Elemente physikalischen Wissens besitzt, sowie es andererseits dem Unterrichtetsten nicht gelingen dürfte, eine Bedeutung des in die Goldberger 'sche Kette |245| eingeschalteten Glasröhrchens zu finden. – Es kann nur ein offenbarer Betrug genannt werden, wenn Apparate, bei welchen eine heilkräftige Wirkung ins Gebiet der Unmöglichkeit gehört, zu dem Preise eines Thalers verkauft werden, während jeder Mechanikus sie für 6 Kreuzer liefern würde. (Liebig's und Wöhler's Annalen der Chemie und Pharmacie Bd. LXXIII S. 376.)

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