Titel: Ueber das Vergolden und Versilbern der galvanoplastisch gewonnenen Copien von Lichtbildern.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1850, Band 116/Miszelle 5 (S. 246–247)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj116/mi116mi03_5

Ueber das Vergolden und Versilbern der galvanoplastisch gewonnenen Copien von Lichtbildern.

Sehr oft kommt es vor, daß die galvanoplastischen Ablagerungen von Lichtbildern, welche auf die im vorstehenden Aufsatze beschriebene Weise gewonnen werden, einen gelben Ueberzug oder gelbe, oft auch bräunliche Flecken erhalten; diese muß man stets zuerst entfernen ehe man das Vergolden oder Versilbern vornimmt. Es geschieht dieß ganz einfach dadurch, daß man das Bild in ein flaches Gefäß bringt, in welchem sich eine Mischung von gleichen Theilen Ammoniakflüssigkeit (sogenannter Salmiakgeist) und destillirtem Wasser befindet. Mit dieser Mischung schüttelt man das Bild gerade so, als wie man verfährt, wenn man die überschüssige Jodschicht von einem Lichtbilde mittelst einer Auflösung von unterschwefligsaurem Natron entfernen will. Die Platte wird dann mit destillirtem Wasser gewaschen und sogleich in die Gold- oder Silberauflösung gebracht. Solche gelbe oder bräunliche Flecken erhält auch das zur Ablagerung benutzte Lichtbild sehr häufig, und man darf dann ein solches Bild für eine neue Ablagerung nicht eher wieder benutzen, als bis man es ebenfalls mit Ammoniakflüssigkeit auf die beschriebene Art behandelte. Ohne es zuvor wieder zu trocknen, bringt man es alsdann in die Kupfervitriollösung.

Bei Vergoldung und Versilberung von Lichtbildern kann man auf zweifache Weise verfahren. Entweder bildet man den Ueberzug nur dadurch, daß man das Bild in die Silber- oder Goldauflösung legt, oder man läßt, während das letztere geschieht, den galvanischen Strom einer einfachen Kette auf die Auflösungen wirken. Im ersteren Falle ist natürlich der Ueberzug nur ein sehr schwacher, im letzteren ist er stärker. Bei Anwendung eines besonderen elektrischen Stromes muß man vorsichtig verfahren, damit der Ueberzug nicht zu stark wird, wodurch dann das Bild wie mit einem Nebel überzogen erscheint.

Die Versilberungsflüssigkeit, mit welcher man durch bloßes Einlegen der Platte versilbert, bereitet man sich auf folgende Weise: 1 Theil salpetersaures Silberoxyd (Höllenstein) wird in 3 Theilen destillirten Wassers aufgelöst, alsdann 5 Theile Cyankalium (nach der Liebig 'schen Methode bereitet, wie es jetzt überall käuflich zu haben ist) in 50 Theilen destillirten Wassers ebenfalls gelöst, filtrirt, und mit der ersten Lösung gemischt. Das Ganze wird dann gelinde erwärmt, mit noch 140 Theilen destillirten Wassers verdünnt, einige Augenblicke kochen gelassen und filtrirt. Bei der Anwendung gießt man die Flüssigkeit in ein flaches Gefäß und bringt das vorher |247| mit reinem Wasser gereinigte Bild rasch in dieselbe, so daß es davon ganz bedeckt ist. Man erhält die Flüssigkeit durch Hin- und Herbewegen des Gefäßes in beständiger Bewegung und nimmt das Bild, sobald es die gewünschte Silberfarbe erhalten hat, heraus, spült es mit destillirtem Wasser ab und trocknet es auf die bekannte Art über der Spirituslampe.

Zur Versilberung mit dem galvanischen Apparat löst man 1 Theil Höllenstein in 10 Theilen destillirten Wassers, und 3 Theile Cyankalium in 50 Theilen Wassers, kocht Alles einige Augenblicke und filtrirt. Um sie zu benutzen, bringt man das zu versilbernde Bild in die Flüssigkeit, verbindet ersteres durch einen Draht mit dem Zink eines einfachen galvanischen Apparates, wie er in dem vorstehenden Aufsatze beschrieben wurde, während man ein Stückchen Platinblech, welches durch einen Draht mit dem Kupfercylinder des Apparates in Verbindung steht, in die Silbersolution eintaucht, ohne aber das Bild zu berühren. Zum Vergolden nimmt man auf 1 Theil Goldchlorid 3 Theile Cyankalium und 36 Theile Wasser. Man verfährt damit, wie es bei der zuletzt angeführten Silberauflösung beschrieben wurde.

Zum Vergolden durch bloßes Einbringen in die Flüssigkeit stellt man letztere dar, indem man 1 Theil Goldchlorid, 3 Theile Cyankalium in 116 Theilen Wasser auf die bereits angegebene Art auflöst. Man kann mit derselben auch durch den galvanischen Apparat vergolden und erreicht dann rascher seinen Zweck.

Mischt man 10 Theile der letztern Goldauflösung und 1 Theil von der zuerst angeführten Silbersolution und wendet den galvanischen Apparat an, so erhalten die Bilder, welche damit behandelt werden, einen grünlichgelben Ueberzug, eine grüne Vergoldung. (Polytechn. Wochenblatt.)

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