Titel: Dauerhaftes leder- oder zeugartiges Papier.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1850, Band 116/Miszelle 10 (S. 326–327)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj116/mi116mi04_10

Dauerhaftes leder- oder zeugartiges Papier.

Das Handlungshaus C. Leuchs und Comp. in Nürnberg hat unterm 23. Februar d. J. ein königl. bayerisches Privilegium für Bereitung eines dauerhaften, wasserdichten, unverbrennlichen, das Wachstuch, Wachspapier, die Buchbinderleinwand, die Papierteppiche und theilweise die Tapeten, sowie das Leder ersetzenden Papiers erhalten. Die Vortheile und Anwendungen, welche diese Erfindung darbietet, bestehen nach Angabe der Erfinder in nachstehenden:

1) sie ist in jeder Papierfabrik ohne neue Einrichtungen oder Kosten ausführbar; 2) das Material dazu ist überall zu haben; 3) sie liefert ein Papier, das ungleich dauerhafter als das gewöhnliche ist, und 4) zu Papierteppichen, Tapeten, Wachspapier, dem bisherigen Papier weit vorzuziehen; 5) ebenso zu Packpapier, zu wasserdichtem, zu feuerfestem Papier, was besonders wichtig ist bei Anwendung zu Theaterdecorationen, zu Smirgel-, Rost- und Glaspapier; 6) es ersetzt die Buchbinderleinwand und das auf bisherige Art gemachte Wachstuch, sowie in vielen Fällen wegen seiner Zähigkeit die Leinen- und Baumwollenzenge; 7) es kann zu manchen Zwecken die Stelle des Leders vertreten; 8) es kann zu Papiergeld benutzt werden und gewährt hier den Vortheil, daß weniger leicht als bei jedem andern Nachahmung oder Verfälschung möglich ist, und daß es ungleich größere Dauerhaftigkeit hat; 9) es läßt sich zur Herstellung verschiedener |327| Galanteriearbeiten, z.B. zu Tellern, Körbchen, Etuis und gepreßten Waaren, welche man bisher aus Blech, Leder, Papiermache, Gutta-percha oder andern Stoffen macht, mit Vortheil verwenden, und hat hier den Vorzug der größern Billigkeit und theilweise auch den der Unzerbrechlichkeit.

Bei diesen Vorzügen ist ein großer Absatz desselben wahrscheinlich; indessen ist es bei der Einfachheit der Darstellung desselben nöthig, die Allein-Fabrication durch Patente zu sichern, und werden Uebernehmer in Ländern außerhalb Bayern ersucht, sich wegen Uebernahme dieser Erfindung in ihrem Lande an C. Leuchs und Comp. in Nürnberg zu wenden. (Allg. polytechnische und Handlungs-Zeitung 1850, Nr. 14.)

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