Titel: Harmalaroth.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1850, Band 116/Miszelle 11 (S. 408)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj116/mi116mi05_11

Harmalaroth.

Das Göbel'sche Verfahren zur Darstellung des Harmalafarbstoffes ist noch ein Geheimniß, das indessen von der russischen Regierung gekauft werden wird, um es zu veröffentlichen.

Man kann die Harmalasamen leicht in einen rothen Farbstoff umändern, wenn man sie, gepulvert, in einer verschlossenen Flasche mit Alkohol stark anfeuchtet und dann ruhig stehen läßt. Nach Verlauf einer Woche hat das Pulver eine rothe Farbe angenommen, die durch weiteren Zusatz von Alkohol lebhafter und reiner wird. Durch zweiwöchentliches Stehen und Anwendung von 1/2 Thlr. 80proct. Alkohol hat Fritzsche (Journal für prakt. Chemie Bd. XLIII S. 155) ein sehr vollkommenes Product erhalten. Diese Darstellungsmethode gründet sich auf eine alte Vorschrift, worin statt Alkohol eine Auflösung von Salpeter und Salmiak in Kornbranntwein empfohlen wird. Das Göbel'sche Verfahren muß davon verschieden seyn, weil nach ihm der Farbstoff schon in Zeit von 1/4 Stunde fertig seyn soll.

Bei der Bildung des rothen Farbstoffs findet keine Oxydation statt, da derselbe auch in verschlossenen Gefäßen entsteht

Der rothe Farbstoff wird aus seinen Auflösungen in Säuren durch Alkalien als flockiger, amorpher Niederschlag erhalten, der das Filter verstopft und in Wasser nur sehr wenig löslich ist. Beim Trocknen verliert er seine schön purpurrothe Farbe und wird dunkelfarbig, grün schillernd. Hierbei scheint er schon eine Veränderung erlitten zu haben. (Annalen der Chemie u. Pharmacie, Bd. LXXII S. 319.)

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