Titel: Ammoniakflüssigkeit gegen Verbrennungen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1850, Band 116/Miszelle 9 (S. 473)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj116/mi116mi06_9

Ammoniakflüssigkeit gegen Verbrennungen.

Obgleich uns zahlreiche Mittel vorliegen um den schmerzlichen Wirkungen der Verbrennung durch heiße Gegenstände [...] durch das Feuer unmittelbar Einhalt zu thun, so ist es doch immer gut, auch eines zu kennen, welches nach Guerard's zahlreichen Erfahrungen die gewöhnlich sich einstellenden Schmerzen alsobald zu dämpfen vermag, ohne sich späterhin nachtheilig, im Gegentheil sogar nützlich zu erweisen, und dieses besteht in Aetzammoniakflüssigkeit, in welche man Charpie oder Baumwolle eintaucht, an die verbrannten Stellen legt, und zur Verhinderung der Verdampfung des Ammoniaks Leinenstücke darüber bindet; sobald sich wieder heftige Schmerzen einstellen, muß die Charpie von neuem mit Aetzammoniakflüssigkeit befeuchtet werden, daher dieses Verfahren je nach der Heftigkeit der Schmerzen eine Stunde oder länger wiederholt werden muß, wornach man die beschädigten Stellen ganz offen, nämlich ohne weiteren Verband lassen kann.

Es bilden sich in Folge dieser Behandlung keine Brandblasen, die Oberhaut trocknet ein und löst sich endlich ganz ab, wobei man zum Schutze der jungen Haut nur ein englisches Pflaster aufzulegen braucht. Ist die Haut bereits durch die Brandbeschädigung ganz zerstört und das Fleisch bloßgelegt, so kann das Mittel, da der Salmiakgeist in diesem Falle mehr schaden würde, nicht angewendet werden.

Von der außerordentlichen Wirksamkeit dieses in der österr. Zeitschrift für Pharmacie, Jahrg. 1849 in Nr. 2 mitgetheilten und empfohlenen Mittels gegen Verbrennungen hat sich auch Professor Dr. Artus in Jena (laut seines Jahrbuchs für ökonomische Chemie) überzeugt, so daß derselbe keinen Anstand nimmt, es allen bisher empfohlenen Mitteln der Art vorzuziehen.

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