Titel: Portant's Pantographen-Lineale.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1850, Band 117, Nr. XXI. (S. 116–117)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj117/ar117021

XXI. Pantographen-Lineale von Hrn. Portant, Geometer in Melun.

Aus dem Bulletin de la Société d'Encouragement, Jan. 1850, S. 32.

Mit Abbildungen auf Tab. II.

Das Lineal a, Fig. 41, dient dazu, einen topographischen Plan auf den vierten Theil seiner Größe zu reduciren, und hat zwei Reihen verschiedener Eintheilungen, von denen die eine auf die Originalzeichnung b, die andere auf das Zeichnungspapier gelegt wird, und den Maaßstab für die verjüngte Copie c bildet.

Um dieses Lineal anzuwenden, befestigt man es mittelst eines Stiftes d, der als Drehungsachse dient, auf dem Reißbrette. Man legt es hierauf an alle Winkel der zu reducirenden Figur an, liest die Entfernungen auf dem größeren Maaßstabe ab, und markirt mit einem Stifte die entsprechenden Punkte des kleinen Maaßstabes auf dem Papier. Um die Operation zu vollenden, bleibt nun nichts mehr zu thun übrig, als die markirten Punkte mit einander zu vereinigen.

Legt man ein zweites Papierblatt unter dasjenige, auf welchem man die Reduction vornimmt, und markirt man mit der Nadel so tief, daß auch das zweite Blatt getroffen wird, so erhält man Concept und Copie, was in der Praxis eine große Zeitersparniß gewährt. Das Lineal Fig. 42, welches ebenfalls mit zweierlei Theilungen versehen ist, wovon die eine noch einmal so groß als die andere ist, dient zur Reduction auf die Hälfte. Sein Drehungspunkt ist der Zapfen oder Stift e. Man bedient sich dieses Lineales so, daß man die Zahl der Theilung bei jedem Winkel des Originales abliest und den entsprechenden Punkt der kürzeren Linealhälfte markirt. Durch dieses Mittel erhält man die Figur verkehrt, wie dieß aus der Zeichnung zu sehen ist. Sollte man dieß nicht wünschen, so kann man sich leicht dadurch helfen, daß, nachdem alle Punkte markirt sind, das Papier abgenommen und umgewendet wird, wodurch die Punkte die nämliche Lage zu einander wie beim Original erhalten.

Dieses Lineal genügt für alle Bedingungen der Dimensionen; denn keinenfalls hat man es mit mehr als zwei Blättern des Planes zu thun, welchen man reduciren will.

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Die beschriebenen Lineale können eben so gut zum Vergrößern dienen, wenn man die Operation umkehrt. Die Genauigkeit, welche sich mit denselben erreichen läßt, ist hinreichend, und die Ausführung der Lineale selbst sehr einfach.

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