Titel: Stelling's Verfahren den Bernsteinfirniß zu bereiten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1850, Band 117/Miszelle 5 (S. 396)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj117/mi117mi05_5

Stelling's Verfahren den Bernsteinfirniß zu bereiten.

Man bringt den Bernstein, welcher erst bei hoher Temperatur schmilzt, in einen starken kupfernen Behälter, der an seinem oberen Theil verschlossen und mit Thon lutirt ist. An seinem unteren Theil ist er mit einem kegelförmigen Rohr versehen, auf welchem ein durchlöchertes Blechstück befestigt wird, das als Sieb dient, um den geschmolzenen Bernstein von den in ihm enthaltenen Unreinigkeiten zu trennen. Das kupferne Gefäß steht auf einem Ofen, in welchen sein kegelförmiger Boden einige Zolle hineinreicht; nachdem die Erwärmung hinreichend gesteigert worden ist, schmilzt der Bernstein und läuft, von seinen Unreinigkeiten befreit, in einen unten angebrachten großen Behälter von Kupfer, welcher zu zwei Drittel mit dem Oel gefüllt ist, womit man den Firniß bereitet; die Wärme begünstigt die Vereinigung des geschmolzenen Bernsteins mit dem Oel; nach erfolgter Vereinigung setzt man die anderen Ingredienzien zu.

Diese einfache und durch lange Erfahrung bewährte Methode gewährt folgende Vortheile: 1) der Bernstein schmilzt vollständig, ohne Rückstand, und da er in einem vollkommen geschlossenen Gefäß enthalten ist, so geht wenig oder nichts von ihm durch Verdunstung verloren; 2) man ist dabei gegen jede Feuersgefahr gesichert; 3) da die Gefäße aus dickem Kupfer bestehen, so können sie nicht bersten wie die in den Firnißfabriken meistens gebräuchlichen thönernen Gefäße. (Revue scientifique, 1850 Nr. 125.)

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