Titel: Thomson's Anfertigung von hohlen versilberten Glasgefäßen.
Autor: Thomson, Fred. Hale
Varnish, Edward
Fundstelle: 1850, Band 118, Nr. X. (S. 37–38)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj118/ar118010

X. Anfertigung von Glasgefäßen, z.B. Tintenfässern, Senfflaschen etc. mit innen versilberten hohlen Räumen zwischen den Seiten; patentirt für Fred. Hale Thomson und Edward Varnish am 19. Decbr. 1849.

Aus dem Repertory of Patent-Inventions, Sept. 1950, S. 143.

Mit Abbildungen auf Tab. I.

Die Glasgefäße werden nach dieser Erfindung so geblasen und geformt, daß hohle Räume zwischen den Seiten bleiben, damit man die Versilberung innerlich und äußerlich sieht, d.h. solche Gefäße zeigen die Versilberung durch das Glas sowohl auf ihrer Außenseite als auf ihrer Innenseite. Auf diese Weise kann man verzierte Glasgefäße zu zahlreichen Zwecken anfertigen, z.B. Blumengefäße, Tintengläser, Riechfläschchen, Salzbüchsen, Präsentirteller, Zuckerkästchen, Butterteller, Deckel, Schalen, Becher, Senfdosen, Salzfässer, Trinkkrüge mit hohlen Handhaben, Kühlgefäße für Wein, Bouteillen, Fingerbecken, Bouteillen-Bricken, Oel- und Essigflaschen etc.

Fig. 43 zeigt im Durchschnitt ein Glasgefäß in Form einer Vase. Der obere Theil ist doppelt geblasen und geformt; der Stiel und Fuß sind hohl und am Boden befindet sich ein Loch a, durch welches man die zum Versilbern dienende Flüssigkeit eingießt. Letztere besteht aus 1 Unze Salmiakgeist, 2 Unzen salpetersaurem Silber, 3 Unzen Wasser und 3 Unzen Weingeist, welche man sorgfältig mischt, worauf man die Lösung drei bis vier Stunden stehen läßt und dann zum Gebrauch filtrirt. Jede Unze dieser filtrirten Lösung versetzt man mit einer Viertels-Unze Traubenzucker, welcher in gleichen Theilen Weingeist und Wasser (von jedem beiläufig 10 Unzen) aufgelöst ist. Man kann die Auflösung in horizontaler oder in verticaler Lage des Gefäßes anwenden, wenn die Flüssigkeit nur mit der Oberfläche des zu versilbernden Glases in Berührung erhalten wird und dieses dabei fortwährend auf 57° Reaumur erwärmt bleibt.

Fig. 44 zeigt ein Tintenfaß, welches ebenfalls doppelt geblasen und geformt ist und am Boden ein Loch zum Eingießen der Versilberungsflüssigkeit hat.

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Fig. 45 zeigt ein Fingerbecken (zum Abspülen der Finger nach der Mahlzeit), ebenfalls doppelt geformt und am Boden mit einem Loch versehen.

In einigen Fällen kann man die äußeren und inneren Theile der Gefäße besonders anfertigen, wie der Durchschnitt einer gläsernen Vase Fig. 46 zeigt, welche aus den zwei Theilen a und b besteht, deren Ränder dann mittelst eines metallenen Streifens oder auf sonstige Weise an einander befestigt werden. Auf alle diese Gefäße können dann noch Zierrathen geschnitten oder geschliffen werden.

Derartige Gefäße, welche auf ihrem inneren Raum versilbert sind, erscheinen sowohl innerhalb als außerhalb versilbert; das Silber wird natürlich weder durch die in solche Gefäße gebrachten Substanzen noch beim Reinigen ihres Inneren oder Aeußeren berührt; nach bewerkstelligter Versilberung gießt man die rückständige Flüssigkeit aus und verschließt die Oeffnung a, so daß das Silber im hohlen Raum unversehrt bleiben muß.

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