Titel: Rée's Maschine zum Sägen und Spalten des Brennholzes.
Autor: Rée, Harry
Fundstelle: 1850, Band 118, Nr. XXXVIII. (S. 182–184)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj118/ar118038

XXXVIII. Maschine zum Sägen und Spalten des Brennholzes, von Harry Rée in Hamburg.

Die von Hrn. Harry Rée construirte Maschine,26) mittelst welcher man der Angabe des Erfinders gemäß in 12–14 Arbeitsstunden 80–100 Hamburger Faden Brennholz à 44 Kubikfuß einmal oder zweimal absägen, und dann in Stücke von 1 1/2 Zoll im Quadrat spalten |183| kann, zu welcher Arbeit nur ein Mann und 4–5 Knaben und eine Elementarkraft von 8 bis 10 Pferden nothwendig wären, ist der Hauptsache nach sehr einfach.

Ueber zwei parallel liegende, achtseitige, prismatische Walzen sind für den Fall, daß man das vorhandene Holz nur in zwei Stücke zersägen will, vier endlose Ketten mit Flächen Gliedern (wie die Uhrketten) gespannt, die so zu sagen einen sich immer wieder erneuernden Tisch zum Auflegen des Holzes bilden. Jedes zweite Kettenglied hat einen aufwärts stehenden, etwas vorwärts geneigten Arm, der mit dem Kettenglieds einen Haken bildet, an welchen sich das Holz anlegt, wenn es gegen die Säge gedrückt wird. Die vier Ketten, von welchen die mittleren beiden ganz nahe beisammen liegen und zwischen welchen hindurch die Kreissäge ihren Schnitt macht, haben den Zweck, die beiden durch Abschneiden in der Mitte gebildeten Holzstücke zu unterstützen und zum Ende der Maschine zu führen, wo sie auf eine dachförmige Fläche fallen, und durch die Neigung derselben weiter befördert werden.

Soll das Holz in drei Stücke gesägt werden, so sind sechs Ketten auf den Walzen erforderlich, so daß jedes der drei Stücke auf je zwei derselben aufliegt. Ueber den endlosen Ketten, auf welche beständig ganzes Holz aufgelegt wird, befindet sich die Achse der Kreissägen, die parallel zu den Walzen liegt, so daß die Sägen mit der Richtung der Ketten zusammenfallen, folglich zwischen je zwei Ketten hindurchschneiden können. Das Holz wird durch Gewichtshebel auf die Ketten während des Schneidens niedergedrückt und so vor Verschiebungen geschützt. Daß die Kreissägen von einem Motor aus in rasche Umdrehung versetzt werden, und daß die Ketten das Holz den Sägen entsprechend zuführen, versteht sich von selbst.

Das auf der so eben beschriebenen Maschine in beliebig lange Stücke abgesägte Brennholz wird hierauf auf die Spaltmaschine gebracht, deren Princip folgendes ist.

Ein gußeisernes Rad von acht Fuß Durchmesser, das aus einer cylindrischen Trommel mit hohen Rändern besteht, ist durch radial liegende Platten auf seiner Peripherie in Abtheilungen getheilt, die förmliche Behälter oder Kästchen zur Aufnahme des Holzes bilden. In diese Kästchen wird das Holz so gestellt, daß dessen Fasern radial liegen. Das Rad hat eine horizontale Achse, und dreht sich, durch Sperrklinken veranlaßt, nach jedesmaligem Spalten nur soviel, daß das Holz die verlangte Dicke bekommt. Weil die Achse des Rades horizontal liegt, |184| so kann nur in die obere Hälfte Holz eingelegt werden, welches dann nach dem Spalten von selbst herausfallt, sobald der Behälter worin es sich befand, sich unter die Mitte der Achse herabdreht. Ueber dem Rabe, dessen Achse in einem aus vier hohen Säulen gebildeten Gestelle liegt, befinden sich zwei Excentrica, welche mittelst Zugstangen die in Führungen laufenden Beile oder vielmehr Keile auf- und abwärts bewegen, so daß das eine Beil das Holz parallel zur Achse spaltet, während das andere rechtwinkelig hierzu steht. Die Lager der Excentricumsachse, welche außerdem mit einem Schwungrade und Riemenscheiben versehen ist, befinden sich auf einer gußeisernen Platte, welche die oberen Enden der vier Säulen mit einander vereinigt. Damit das gespaltene Holz nicht an den Beilen hängen bleiben kann, gehen letztere durch Löcher in einer Platte, die tangential zum Rade am Gestell befestigt ist und welche das an den Beilen hängende Holz beim Aufwärtsgehen derselben abstreift. Zwischen der letztgenannten Platte und der Oberfläche des Holzes muß natürlich so viel Spielraum seyn, daß allenfallsige etwas längere Holzstücke kein Zwängen verursachen können.

C. W.

|182|

Der Erfinder. Kaufmann in Hamburg, früher Papierfabrikant zu Bremervörde (Königreich Hannover), ließ sich seine Maschine für den preußischen Staat im Februar 1846, und für das Königreich Dänemark und die Herzogthümer Schleswig und Holstein im Januar 1846 patentiren.

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