Titel: Ueber eine eigenthümliche Veränderung des Diamants unter dem Einfluß des galvanischen Lichtbogens; von J. P. Gassiot.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1850, Band 118/Miszelle 3 (S. 74)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj118/mi118mi01_3

Ueber eine eigenthümliche Veränderung des Diamants unter dem Einfluß des galvanischen Lichtbogens; von J. P. Gassiot.

Hr. Jacquelain zeigte zuerst, daß der Diamant unter dem Einfluß der hohen Temperatur des galvanischen Lichtbogens schnell in eine schwarze kohlige Substanz verwandelt wird, welche ganz wie Kohks aussieht; diese Substanz ist ein guter Leiter der Elektricität, der unveränderte Diamant hingegen ein Nichtleiter. Professor Faraday hat diesen Versuch vor der Royal Institution zu London wiederholt und bestätigt.

Als ich unlängst Jacquelain's Versuch vor einigen Freunden anstellte, erhielt ich aber ein ganz verschiedenes Product. Mein Apparat bestand aus 40 Reihen von Grove's Salpetersäure-Batterie gewöhnlicher Größe; die Enden der Leitungsdrähte bildeten zwei Stücke gut gebrannter Buchsbaumholz-Kohle, wovon diejenige am positiven oder Platinende der Batterie in Gestalt eines kleinen Tiegels geformt war, in welchen man den Diamant legte; an dem Draht des negativen oder Zinkendes der Batterie wurde ein Stück derselben Kohle (aber zugespitzt) befestigt. Der Versuch wurde dann nach Jacquelain's Vorschrift angestellt, indem man zuerst die zwei Kohlen in Berührung und dann die Flamme in eine solche Lage brachte, daß sie den Diamant umgab; in weniger als einer Minute wurde der Diamant sowie auch die Elektrode intensiv glühend. Der Diamant nahm allmählich an Größe zu, indem er in dem heißen Tiegel herumrollte, worauf er sich plötzlich ausdehnte und an der negativen Kohle hinaufgetrieben wurde, in welchem Augenblick ich die Elektroden trennte. Er blieb an der negativen Elektrode befestigt (der Verf. zeigte ihn in der Versammlung der brittischen Naturforscher zu Edinburgh vor). Dieser Diamant hat sein anfängliches Volum verzehnfacht, ist glasartig, weiß, undurchsichtig und ein Nichtleiter geworden; an der Stelle welche sich der positiven Elektrode gegenüber und zunächst befand, hat er eine tiefe runde Höhlung, deren Centrum noch glänzend ist, als wenn dieser Theil des Diamants nicht in vollkommen geschmolzenem Zustand gewesen wäre. Bei zwei anderen Versuchen zerbrachen die Diamante und die Stücke blieben in einem kohligen Zustand zurück. (Chemical Gazette, 1850 Nr. 189.)

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