Titel: Ueber den Anbau von italienischem Sommerweizen zur Gewinnung von Flechtstroh.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1850, Band 118/Miszelle 10 (S. 159–160)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj118/mi118mi02_10

Ueber den Anbau von italienischem Sommerweizen zur Gewinnung von Flechtstroh.

In der „Zeitschrift für deutsche Landwirthe“ gibt Pächter Stöckhardt zu Brösa bei Bautzen Folgendes darüber an: |160| „Im verflossenen Jahre versuchte ich auch den Anbau des italienischen Sommerweizens behufs der Gewinnung von zu feinerem Strohgeflecht geeignetem Stroh und habe durch Befolgung der drei Hauptbedingungen: sechsmal dichtre Saat als gewöhnlich. Ernte des Strohes bei beginnender Ausbildung des Kornes und sorgfältiges Abtrocknen auf einem trockenen Rasenplätze, nicht nur ein feines elastisches, sondern auch fleckenreines Stroh erzeugt, welches den Beweis liefert, daß die Möglichkeit gegeben sey, ein, wenn auch dem italienischen nicht gleiches, aber doch ähnliches gutes Flechtstroh hier zu erzielen.

Berücksichtigung wird bei der Menge von Menschenhänden, welche die Strohflechterei zu beschäftigen im Stande ist, dieser Strohbau vorzugsweise in solchen Gegenden verdienen, welche stark bevölkert sind und wo der Grundbesitz bereits mehr vertheilt ist wie hier, da das Abtrocknen des Strohes auf der Röste, das Entfedern. Enthülsen und Schneiden desselben viele Menschenhände, welche sauber zu arbeiten gewöhnt sind, erfordert. Der größere Grundbesitzer hierorts kann bei diesem Strohbau nur dann gewinnen, wenn der Fabrikant das Stroh gleich kauft wie es auf dem Felde steht, und alle übrigen Arbeiten für sein Risico unternimmt.

Dagegen ist für solche Gegenden, wo der Anbau des Sommerroggens lohnt, wohl darauf hinzuweisen, daß ohne große Mühe ein schönes Stroh von ausgezeichnetem Glanz in dem Sommerroggen gegeben ist, sofern man sich nur zu einer zeitigen Ernte, die ja ohnedem viel vortheilhafter als eine verspätete ist, und einem vorsichtigen Gebahren mit dem Stroh entschließt. Es ist dieß um so beachtenswerther, je mehr das Stroh von weißem Glanz, wie z.B. das englische, dem gelben italienischen Stroh den Rang abzulaufen bemüht ist.“

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