Titel: Ueber die Sandsteinpyramiden von Völksen zum Anzünden der Streichzündhölzchen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1850, Band 118/Miszelle 8 (S. 158–159)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj118/mi118mi02_8
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Ueber die Sandsteinpyramiden von Völksen zum Anzünden der Streichzündhölzchen.

Im Herbste 1847 beschenkte der Senator Kuhlmann zu Neustadt a. R. seinen Schwiegersohn, Kammercommissär Schmidt in Völksen. mit einer der bekannten hölzernen Pyramiden zum Anstecken der Reibzündhölzer, die mit feinem Leinegrand und Colophonium bereitet sind. Schmidt kam dadurch auf die Idee, solche Pyramiden von wirklichem Sandstein durch einen dortigen Steinhauer Pape machen und die dortigen Steinhauer, insbesondere während der arbeitlosen Winterzeit, sich mit dieser kleinen Handarbeit beschäftigen zu lassen. Commissär Plate in Hameln erhielt eines der ersten Exemplare und dadurch, sowie durch Schmidt's zahlreiche Bekannte wurden die Pyramiden beliebt. Seitdem werden dieselben bei 20 und 30 Dutzenden versendet und gehen selbst nach England, sind sogar – ein überseeischer Handelsartikel geworden. Der Kaufmann Osterkamp in Springe hält En-gros-Lager davon und hat bis jetzt gegen drittehalbhundert Dutzend abgesetzt. Außerdem haben kleinere, insbesondere israelitische Händler, sich des Debits angenommen und vielleicht eben soviel verkauft, so daß immerhin bereits an 6000 solcher Pyramiden fabricirt und in die Welt gegangen seyn mögen. Wäre der alte Preis von 8 gGr. für das Stück geblieben, so hätte jene Gegend einen ungeheuren Gewinn davon gehabt; doch wird das Fabricat bereits zu 1 Thlr. das Dutzend verkauft. (Mittheilungen des Gew.-Ver. für das Königr. Hannover, 1850, 59ste Lief., S. 185.)

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