Titel: Recepte zu Schmieren.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1850, Band 118/Miszelle 9 (S. 159)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj118/mi118mi02_9

Recepte zu Schmieren.

1) Englische Wagenschmiere. Man nehme Spermazet 1/4 Pfd., Wachs 1/8 Pfd., Hammelstalg 1/2 Pfd., Schweinefett 1/8 Pfd., Eisenoxyd eine Unze. Diese Stoffe werden gemischt, züsammengekocht und mit einem Holzlöffel bis zum Erkalten gerührt. Die Mischung wird hernach zum Gebrauche in blechernen Büchsen aufbewahrt. Dieselbe ist in England sehr allgemein im Gebrauch und hat der frühere Alleinverkaufer derselben eine bedeutende Summe für das geheim gehaltene Recept bekommmen.

2) Englische Geschirrschmiere. Man nehme 1 Maaß Milch, siede dieselbe und gebe in diese 1/2 Vierling gute, leichtlösliche Seife, rühre diese Mischung tüchtig um und koche sie etwas ein. Hierauf vermische man damit reines, nicht ranziges Leinöl 1/2 Vierling, was mit starkem Schütteln bewerkstelligt wird. Wenn man Geschirre und Lederwerk an Chaisen damit einschmiert, so wird dadurch das letztere vor Härte und Steifigkeit vollkommen bewahrt.

3) Stiefelsohlen schmiere der normannischen Fischer. Man nehme eine halbe Maaß gutes Leinöl, Spermazet 2 Loth, gelbes Wachs 3 Loth, Pech und Terpenthinöl je 2 Loth und mische diese Substanzen bei gelindem Feuer, unter Anwendung aller zu Verhütung der Entzündung erforderlichen Maßregeln. Diese Mischung wird auf die Sohlen und in die Nähte der Stiefel warm aufgetragen und man bewerkstelligt durch starkes Reiben mit Bürsten, daß recht viel von ihr im Leder aufgenommen wird. Hernach werden die Theile mit Lappen abgerieben und am Ofen getrocknet. Auch das Innere der Stiefel wird oft mit dieser Mischung eingeschmiert, von der man aber das Ueberflüssige sauber auslaufen lassen muß. (Gewerbeblatt aus Württemberg, 1850 Nr. 22.)

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