Titel: Ueber die Zersetzung der Seife durch Brunnenwasser; von Maumené.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1850, Band 118/Miszelle 11 (S. 239–240)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj118/mi118mi03_11

Ueber die Zersetzung der Seife durch Brunnenwasser; von Maumené.

Hr. Maumené hat bei seiner Untersuchung des Brunnenwassers der Stadt Rheims und ihrer Umgebung hinsichtlich der Zersetzung der Seife durch solches Wasser eine neue Thatsache entdeckt, worüber er folgendes mittheilt: „Fast alle von mir untersuchten Brunnenwasser enthalten schwefelsauren Kalk (Gyps), und doch zersetzen die meisten derselben die Seife nicht, wie die sorgfältigsten Versuche ergaben: man vermischte 200 Kubikcentimeter Brunnenwasser mit 10 Kubikcentimetern einer Seifenauflösung, welche 20 Gramme weiße Seife in 1 Liter enthielt. Die Flüssigkeit besteht folglich aus 0,2 Gram. Seife auf 2 Deciliter Brunnenwasser, oder aus 1 Gramm Seife auf 1 Liter. Diese Mischung kann man über einen Monat aufbewahren, ohne daß sich ein Niederschlag zeigt; man kann sie mehrere Minuten in einem Kolben kochen lassen, ohne daß sie sich mehr trübt. Dieser Umstand war mir auffallend, weil allgemein angenommen wird, daß – mit Ausnahme des kohlensauren Kalks – die Kalksalze stets eine Zersetzung und einen Niederschlag in den Seifenauflösungen hervorbringen.

Aus dem Verhalten verschiedenartig zusammengesetzten Brunnenwassers zu Seifenauflösung muß ich schließen, daß die Kalksalze im Allgemeinen erst über einer gewissen Gränze in der Seifenauflösung einen Niederschlag hervorbringen, d.h. daß die Kalkseife nicht absolut unauflöslich ist.

Genaue Versuche bewiesen, daß alle Kalksalze ohne Ausnahme, in ziemlich starkem Verhältniß in einem Wasser welches keine anderen Salze enthält, vorhanden seyn können, ohne die Zersetzung der Seife mit Niederschlag zu bewirken; das Maximum läßt sich folgendermaßen festsetzen:

0,58Gramme wasserfreier schwefelsaurer Kalk in 1Liter.
0,39Chlorcalcium in 1
0,60salpetersaurer Kalk in 1

Der kohlensaure Kalk veranlaßt nur bis zu einer gewissen Gränze eine bloße Opalisirung und über derselben einen Niederschlag; er verhält sich daher gerade so wie die anderen Salze. Ich habe mich überzeugt, daß die sonstigen im Brunnenwasser vorkommenden Salze, salzsaure und salpetersaure, auf die Zersetzung der Seife gar keinen Einfluß äußern, selbst wenn das Wasser von ihnen eine größere Menge enthielte, als wirklich darin vorkommt. Nur die Kieselerde und Thonerde scheinen |240| die leichte Zersetzung der Seife durch gewisse Wasser, welche nicht die entsprechende Menge von Kalksalzen enthalten, zu veranlassen.“ (Journal de Pharmacie, Octbr. 1850, S. 245.)

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